Blindenfußball an der blista

Kampfgeist, Leidenschaft und viele Tore

Christian Draheim * » Nachdem im letzten Sommer ein erster großer Workshop im Blindenfußball auf deutschem Boden für Furore sorgte, findet die neue Sportart für Blinde auch an der blista immer mehr Anhänger. In mehreren Gruppen wird intensiv trainiert. Jüngst wurde ein gemeinsames Trainingswochenende mit Spielern aus Dortmund durchgeführt, und die Marburger Sportler beteiligten sich mit einem sehr jungen Team am Turnier in Tübingen.

Über meine persönlichen Eindrücke möchte ich hier berichten.

Die wichtigste Nachricht zuerst; es gab keine Verletzten beim ersten gemeinsamen Training mit den Fußballern aus Dortmund und dem anschließenden Freundschaftsspiel. Nachdem man sich am Anfang erst mal etwas beschnuppert hatte, ging es im Training darum, den Ball möglichst eng am Fuß zu führen und gleichzeitig das „Voy“ rufen zu üben. Danach wurden das Passspiel und der Torschuss geübt.

Nach dieser ersten Trainingseinheit kam es dann zu dem von allen Spielern heiß ersehnten Kräftemessen bei einem Freundschaftsspiel. Das Spiel war für beide Mannschaften das erste richtige Spiel gegen eine fremde Mannschaft. Schließlich trainieren beide Teams erst seit 5 bis 6 Monaten. Die Marburger spielten zunächst mit Kristian Mann im Tor und Stefan Thome in der zentralen Abwehrposition. Auf den beiden Außenpositionen spielten Hasan Koparan und Daniel Hoß. Als Stürmer agierte zunächst Manuel Beck. Später wurden dann auch Sebastian Hofmann und Christian Draheim eingewechselt.

Die Marburger begannen sehr engagiert, aber auch recht nervös. Sie erarbeiteten sich immer wieder gute Torchancen, jedoch scheiterten sie zumeist an der sehr gut gestaffelten Dortmunder Abwehr oder am gegnerischen Keeper Karsten Beckmann.

Und so kam es wie so oft. Wer gute Chancen auslässt, wird bestraft.

Das Abstimmungsproblem in der Marburger Hintermannschaft wurde von Dortmund eiskalt genutzt. Trotzdem gaben sich die Marburger keineswegs geschlagen und kämpften engagiert. Doch fehlte an diesem Nachmittag im Angriff auch das berühmte Quäntchen Glück. So gelang trotz allem läuferischen Einsatz nur ein Ehrentreffer durch Daniel Hoß zum Endstand von 1:5.

Obwohl das Ergebnis für die Hausherren unerfreulich war, konnte man doch ein sehr positives Resümee ziehen, denn der Austausch über Trainingsmethoden war sehr aufschlussreich und die Stimmung war toll.

Starke Leistung, alleine die Tore fehlten beim Turnier in Tübingen

Drei Fußballer in AktionDie Marburger trafen in ihrer Gruppe auf die bereits bekannten Dortmunder und das Team von St. Pauli. Während die blista-Truppe im Duell gegen die Westfalen gleichwertig war, zeigte man im Spiel gegen die Kicker aus St. Pauli sogar die klar bessere Leistung. Allerdings scheiterte das jüngste Team des Turniers an der mangelhaften Chancenverwertung. So endete das Spiel gegen St. Pauli 0:0, und das Spiel gegen Dortmund ging sprichwörtlich mit dem Schlusspfiff durch einen Achtmeter mit 0:1 verloren. Durch einen klaren 3:0 Sieg der Dortmunder über die St. Paulianer konnten die Marburger in ihrer Gruppe Zweiter werden und ins Halbfinale einziehen.

Dort traf man dann auf den Gastgeber Tübingen. Auch in diesem Spiel konnten sich die Marburger gute Torchancen erarbeiten und ließen keinen Gegentreffer aus dem Spiel heraus zu. Erst eine Standardsituation führte zum glücklichen 1:0 für Tübingen. Zwar konnte das Team von der Lahn durch Daniel Hoß noch den Ausgleich erzielen, zog aber im anschließenden Sechsmeterschießen den Kürzeren.

Im Spiel um Platz 3 gegen Mainz musste man sich erneut erst im Sechsmeterschießen geschlagen geben, nachdem es nach der regulären Spielzeit 1:1 gestanden hatte. Spielerisch und läuferisch gehörten die Marburger zu den besten Mannschaften des Turniers. Mit ein bisschen mehr Glück und mehr Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor wäre durchaus mehr drin gewesen. Trotzdem reiste man nach einem gelungenen ersten deutschen Blindenfußballturnier zufrieden und mit vielen neuen Erfahrungen in die wohlverdienten Osterferien.

Betreut wurde das Team von Oliver Einloft und Tobias Wehrmann. Das Training in Marburg findet donnerstags von 19.00 Uhr bis 20.30 Uhr in der großen Halle auf dem blista-Gelände statt.

Weitere Informationen gibt es unter: [extern]www.blindenfussball.net

* blista-Fußballteam

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