Editorial

Jürgen HertleinOft wurde ich in Anbetracht meines nahenden Ruhestands gefragt, wie ich mich fühle. Ich muss gestehen, es ist eine Mischung aus zufriedenem Zurückschauen und gespannten Erwartungen, was meine Zukunft betrifft.

Ich schaue zurück auf nahezu 30 Jahre als Leiter der Deutschen Blindenstudienanstalt. Ich konnte gemeinsam mit Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, und den Gremien der Einrichtung verantwortlich mitgestalten und so mithelfen, die blista zu dem zu machen, was sie heute ist: Ein bundesweit einzigartiges Zentrum für Bildung, Rehabilitation und Medienversorgung.

Mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler haben in meiner Amtszeit ihr Abitur bestanden. Viele von ihnen treffe ich zum Beispiel auf Tagungen in wichtigen Funktionen der Selbsthilfe wieder. Es tut gut zu sehen, wie sie ihr Leben aktiv gestalten. Sicher hat dazu auch ihre Zeit an der blista beigetragen.

Während meiner Zeit hier habe ich auf nationaler und internationaler Ebene viele interessante Menschen kennen gelernt. Beim Betrachten der Gästebücher kommen viele gute Erinnerungen, aber auch ein wenig Wehmut auf. Zuversichtlich bin ich, was meine Zukunft und die der blista betrifft.

Ich selbst werde dem Blindenwesen als Mitglied der Blindenstudienanstalt und als Vorsitzender der „Lothar und Ilse Seeber-Stiftung“ verbunden bleiben.

Die Grundlagen für eine positive Weiterentwicklung der blista sind gelegt: Schulneubau, hohe Schülerzahlen, ausgezeichnete inhaltliche Konzepte, finanzielle Stabilität und engagierte und kompetente Kolleginnen und Kollegen lassen mich mit Zuversicht in die Zukunft schauen.

Im Mittelpunkt allen Engagements standen immer die blinden und sehbehinderten Menschen. Deren erfolgreiche Lebenswege zu sehen, ist für mich Lohn für meine langjährige Arbeit.

Bleibt mir zuletzt, Dank zu sagen, Dank an die Kolleginnen und Kollegen.

Um den Bundespräsidenten Herrn Prof. Dr. Horst Köhler zu zitieren: „Die blista ist eine gute Einrichtung. Sie ist ein Ort, den muss man pflegen und hegen, und da lassen wir auch nicht locker.“

Danken möchte ich auch dem Verwaltungsrat, den Ressortleitern, den Gremien der Selbsthilfe, den Ministerien, der Stadt Marburg, den mit uns verbundenen Behörden für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Ich verabschiede mich und wünsche der blista und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, eine gute Zukunft.

Jürgen Hertlein

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