Marburger Uni und blista arbeiten enger zusammen

Rudi Ullrich » Wie erfolgreich sind sehbehinderte und blinde Abiturienten im späteren Berufsleben? Diese Frage soll durch eine wissenschaftliche Studie der Philipps-Universität Marburg geklärt werden.

„Eine qualifizierte Schul- und Berufsausbildung ist eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Integration behinderter Menschen in den ersten Arbeitsmarkt, da sind sich alle Experten einig“, sagt blista-Direktor Claus Duncker anlässlich der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages mit der Marburger Philipps-Universität.

Claus Duncker und Prof. Dr. Werner Seitter haben den Kooperationsvertrag in der Hand

Doch wie gut funktioniert diese Integration und wie erfolgreich und zufrieden sind blinde und sehbehinderte Abiturienten in ihrem späteren Berufsleben tatsächlich?
Diese Frage soll jetzt durch eine wissenschaftliche Studie des Fachbereichs Erziehungswissenschaften der Marburger Philipps-Universität unter Leitung von Prof. Wolfgang Seitter, zumindest für die Absolventen der Deutschen Blindenstudienanstalt, geklärt werden.
„Seit mehr als neunzig Jahren legen jährlich blinde und sehbehinderte Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland an unserem Gymnasium für Blinde und Sehbehinderte ihr Abitur ab und schließen danach ein Studium oder eine Berufsausbildung an. Im letzten Jahr waren das immerhin 35 Absolventen, die das hessische Landesabitur erfolgreich bestanden haben“, so Duncker. Doch wie gut sind sie auf ihr Leben nach der Schule vorbereitet? Wie weit haben ihnen nicht nur die schulischen Inhalte, sondern auch die zusätzlichen Angebote wie „Orientierung und Mobilität“, spezieller EDV-Unterricht oder das spezielle Internatskonzept, das die Jugendlichen trotz ihrer Behinderung zu einem Höchstmaß an Selbstständigkeit erziehen soll, geholfen, die Anforderungen im Berufsleben zu meistern? Haben sie überhaupt eine ihrer Ausbildung entsprechende Anstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden? Dazu werden stichprobenartig Abgängerjahrgänge der letzten dreißig Jahre befragt.

Von dieser Studie erhofft sich Duncker wichtige Rückmeldungen, die in die Weiterentwicklung des Förderkonzeptes der blista einfließen sollen.
Aus Sicht von Prof. Dr. Werner Seitter, Dekan des Fachbereichs Erziehungswissenschaften der Marburger Uni, ist dieses Forschungsprojekt nur ein Anfang für die weitere Intensivierung der Zusammenarbeit.
„In vielen Feldern, in denen wir an der Universität forschen und lehren, wird an der blista ganz konkret gearbeitet. Diese inhaltliche und räumliche Nähe gilt es, für beide Seiten fruchtbar zu nutzen“ so Seitter. Ein Beispiel, wie diese Zusammenarbeit aussehen kann, gibt es in Marburg schon seit fünfundzwanzig Jahren. So werden am Institut für Sportwissenschaften und Motologie der Philipps-Universität Gymnasiallehrer mit der bundesweit einzigartigen Zusatzqualifikation „Sport mit Sehgeschädigten“ ausgebildet.

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