Editorial
Die modernen elektronischen Hilfsmittel haben die unabhängige
Informationsbeschaffung für blinde und sehbehinderte Menschen erheblich
verbessert. Früher war es ohne die permanente Unterstützung durch
eine Vorlesekraft praktisch unmöglich, in einer öffentlichen
Bibliothek zu recherchieren. Heute kommt man mit einem
PC mit
Internetanschluss schon ziemlich weit. Denn Informationen in digitaler
Form sind glücklicherweise oftmals für Blinde ebenso zugänglich wie für
Sehende.
Doch um diese Technik effektiv einsetzen zu können, müssen unsere
Schülerinnen und Schüler frühzeitig an die sinnvolle Nutzung des PCs
herangeführt werden. Deshalb gibt es bereits seit einigen Jahren das
sog. „Laptop-Projekt“
ab der Klasse 7, bei dem der Umgang mit dem
Laptop systematisch in den
Unterricht eingebaut wird.
Probleme bereitete in den letzten Jahren aber immer wieder die
Ausstattung der Schüler mit geeigneten Geräten. Hier gab es für die
Eltern häufig Auseinandersetzungen mit den Kostenträgern, die sich
teilweise über mehrere Jahre hinzogen. Damit ist jetzt Schluss: die
blista wird zukünftig alle Schülerinnen und Schüler ab der Klasse 7 mit
einem Laptop ausstatten. Ein entsprechendes Entgelt ist mit den
Kostenträgern verhandelt und fließt der blista über den Tagessatz zu.
Dieses Zugeständnis der Kostenträger ist nicht selbstverständlich und
wir möchten uns deshalb auch an dieser Stelle herzlich für die fairen
Verhandlungen bedanken.
Da uns das Geld aber nur nach und nach zur Verfügung stehen wird,
können wir nicht ab sofort alle Schüler mit einem neuen Gerät versorgen.
Liebe Eltern, haben Sie bitte Verständnis, wenn die Ausstattung Ihres
Kindes eventuell nicht sofort erfolgen kann. Der Unterricht ist
aber auf jeden Fall sichergestellt, dafür werden wir sorgen.
Auch ein anderer Punkt ist mir in diesem Zusammenhang wichtig. Einige
Eltern sind in Vorleistung getreten und haben für ihr Kind einen
Laptop angeschafft. Auch für diese
„Altfälle“ werden wir eine Lösung finden. Und beachten
Sie bitte eines: blindenspezifische Hilfsmittel, wie z. B. die
Braillezeile für den privaten Gebrauch, sind weiterhin über Ihre
Krankenkasse zu finanzieren.
In Zukunft ist also die Ausstattung der Schüler mit
Laptops an der blista genauso
selbstverständlich wie die Unterrichtung in
„Mobilität“ und „Lebenspraktische Fähigkeiten“.
Auch dies ist keine Selbstverständlichkeit. Viele Einrichtungen und
Schüler in der integrativen Beschulung müssen unverständlicher Weise um
diese Finanzierung immer noch kämpfen. Deshalb sind wir froh, einen
weiteren Schritt zur bestmöglichen Ausbildung unserer Schülerinnen und
Schüler gegangen zu sein.
In diesem Sinne setze ich weiterhin auf Ihre Unterstützung, für die
ich mich schon heute herzlich bedanken möchte.
Ich wünsche Ihnen allen ein gesundes Jahr 2009.
Ihr Claus Duncker
blista