Editorial

Claus Duncker Die modernen elektronischen Hilfsmittel haben die unabhängige Informationsbeschaffung für blinde und sehbehinderte Menschen erheblich verbessert. Früher war es ohne die permanente Unterstützung durch eine Vorlesekraft praktisch unmöglich, in einer öffentlichen Bibliothek zu recherchieren. Heute kommt man mit einem PC mit Internetanschluss schon ziemlich weit. Denn Informationen in digitaler Form sind glücklicherweise oftmals für Blinde ebenso zugänglich wie für Sehende.
Doch um diese Technik effektiv einsetzen zu können, müssen unsere Schülerinnen und Schüler frühzeitig an die sinnvolle Nutzung des PCs herangeführt werden. Deshalb gibt es bereits seit einigen Jahren das sog. „Laptop-Projekt“ ab der Klasse 7, bei dem der Umgang mit dem Laptop systematisch in den Unterricht eingebaut wird.
Probleme bereitete in den letzten Jahren aber immer wieder die Ausstattung der Schüler mit geeigneten Geräten. Hier gab es für die Eltern häufig Auseinandersetzungen mit den Kostenträgern, die sich teilweise über mehrere Jahre hinzogen. Damit ist jetzt Schluss: die blista wird zukünftig alle Schülerinnen und Schüler ab der Klasse 7 mit einem Laptop ausstatten. Ein entsprechendes Entgelt ist mit den Kostenträgern verhandelt und fließt der blista über den Tagessatz zu. Dieses Zugeständnis der Kostenträger ist nicht selbstverständlich und wir möchten uns deshalb auch an dieser Stelle herzlich für die fairen Verhandlungen bedanken.
Da uns das Geld aber nur nach und nach zur Verfügung stehen wird, können wir nicht ab sofort alle Schüler mit einem neuen Gerät versorgen. Liebe Eltern, haben Sie bitte Verständnis, wenn die Ausstattung Ihres Kindes eventuell nicht sofort erfolgen kann. Der Unterricht ist aber auf jeden Fall sichergestellt, dafür werden wir sorgen.
Auch ein anderer Punkt ist mir in diesem Zusammenhang wichtig. Einige Eltern sind in Vorleistung getreten und haben für ihr Kind einen Laptop angeschafft. Auch für diese „Altfälle“ werden wir eine Lösung finden. Und beachten Sie bitte eines: blindenspezifische Hilfsmittel, wie z. B. die Braillezeile für den privaten Gebrauch, sind weiterhin über Ihre Krankenkasse zu finanzieren.
In Zukunft ist also die Ausstattung der Schüler mit Laptops an der blista genauso selbstverständlich wie die Unterrichtung in „Mobilität“ und „Lebenspraktische Fähigkeiten“. Auch dies ist keine Selbstverständlichkeit. Viele Einrichtungen und Schüler in der integrativen Beschulung müssen unverständlicher Weise um diese Finanzierung immer noch kämpfen. Deshalb sind wir froh, einen weiteren Schritt zur bestmöglichen Ausbildung unserer Schülerinnen und Schüler gegangen zu sein.
In diesem Sinne setze ich weiterhin auf Ihre Unterstützung, für die ich mich schon heute herzlich bedanken möchte.
Ich wünsche Ihnen allen ein gesundes Jahr 2009.

Ihr Claus Duncker

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