Brasilien gewinnt weltweit erstes Blindenfußballturnier für Frauen
Marburgs Noemi Ristau erzielt drei Treffer
Rudi Ullrich » Mitte November erlebte Marburg, von der
Öffentlichkeit fast unbemerkt, eine echte Weltpremiere im Sport.
In der Turnhalle des Gymnasiums Philippinum traten weltweit zum ersten
Mal Frauenmannschaften im Blindenfußball aufeinander.
Zwei deutsche Teams und eine junge Mannschaft aus Rio de Janeiro
zeigten dabei kämpferisch und technisch hervorragende Leistungen.
Für Marburg war der Turnierauftakt am Samstag allerdings alles andere
als glücklich. Aufgrund der kurzfristigen Erkrankung und Verletzung
einiger Spielerinnen konnte man nicht mit einer eigenen Mannschaft
antreten, sondern musste unter den Namen „Marburg MIX”
eine Spielgemeinschaft mit Spielerinnen aus Berlin, Chemnitz und
Essen bilden. Das so neu formierte Team hielt zwar im ersten Spiel
gegen die Südamerikanerinnen gut mit, konnte aber seine Chancen nicht
nutzen und verlor letztlich mit 2:0.
In der zweiten Begegnung gab es gegen die Spielgemeinschaft
St. Pauli/Mainz mit 4:0 eine echte
Packung, wobei das klare Ergebnis den Spielverlauf nicht wirklich
widerspiegelte.
Am zweiten Tag hatte sich „Marburg-MIX” gefunden
und gewann in der Neuauflage vom Vortag gegen St. Pauli/Mainz mit
3:1. Überragend dabei war die blista-Schülerin Noemi Ristau, die ihre
Goalgetterqualitäten unter Beweis stellte und alle drei Treffer
erzielte.
Auch im zweiten Spiel gegen Brasilien zeigte sich das Team von
Trainer Oliver Einlofft verbessert und holte ein leistungsgerechtes 0:0.
Nachdem die beiden Spiele zwischen Rio und St. Pauli/Mainz unentschieden
geendet hatten, standen die Brasilianerinnen als Turniersieger fest.
Mit der Durchführung des weltweit ersten Frauenturniers
im Blindenfußball hat der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband
(DBSV) zusammen mit der blista und der
SSG
Blista Marburg ein erstes Zeichen gesetzt.
Für die Zukunft wünschen sie sich, dass es 2011 im Rahmen der
„Frauen-Fußball-WM”
in Deutschland auch zu einer Begegnung im Blindenfußball zwischen
Brasilien und Deutschland kommt und dass es vielleicht gelingt, eine
prominente deutsche Fußballerin als Patin für das Marburger Frauenteam
zu gewinnen.
In Brasilien ist man da schon weiter, denn für die Mannschaft aus
Rio hat keine geringere als die Weltfußballerin Marta die Patenschaft
für die blinden Fußballfrauen übernommen.
Fotos (auch Titelbild): Andreas Schmidt
blista