Menschen
Die „Ansprechpartnerin”
Thorsten Büchner » Nach siebenjähriger Berufsunterbrechung wagte die damals 40-jährige Britta Landmesser im Sommer 2000 den Schritt und beschloss, nicht weiter in ihrem erlernten Beruf als Fremdsprachensekretärin zu arbeiten. Stattdessen bewarb sie sich, da sie schon seit jeher den Wunsch hegte, im sozialen Bereich tätig zu sein, um ein Praktikum an der Deutschen Blindenstudienanstalt im Sekretariat der Carl-Strehl-Schule.
„Der Tag, an dem Herr Lembke mir mitteilte, dass ich übernommen
werde, war für mich ein Glückstag”, erinnert sie sich noch heute.
„Schließlich war ich unsicher, ob ich in meinem Alter überhaupt
noch einmal eine feste Stelle finden würde.”
Neun Jahre ist das mittlerweile her. Die ersten Jahre arbeitete Frau
Landmesser zumeist als Arbeitsassistenz ihrer Kollegin Ursula Eckstein
und übernahm daneben Teile der zu erledigenden Sekretariatsarbeiten.
Als Ursula Eckstein im Jahr 2007 in den Ruhestand ging, übernahm Britta
Landmesser die Zuständigkeit für die Aufnahmegespräche mit neuen
Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern. Damit ist sie für viele
der allererste Kontakt zur neuen Schule.
Eltern, die sich dafür interessieren, dass ihr Kind zukünftig die
blista besucht, wenden sich telefonisch an Frau Landmesser. Sie
informiert die Eltern dann über das Aufnahmeverfahren, sendet ihnen
Info-Material zu und vereinbart Termine für Info-Gespräche mit Schul-
und Internatsleitung.
„Oft muss ich im ersten Gespräch auch versuchen, Ängste und
Vorbehalte der Eltern abzubauen”, sagt die zweifache Mutter,
denn „für viele Eltern ist dieser Anruf bereits der erste Schritt
zur möglichen Trennung von ihrem Kind.”
So hat sie es auch schon oft erlebt, dass sich zunächst interessierte
Eltern nach einem ersten telefonischen Kontakt aus Unsicherheit nicht
mehr gemeldet haben.
„Diese Eltern seien dann oft sehr froh, wenn ich von mir aus noch
mal Kontakt aufnehme, und sind dann auch bereit, einen Termin für ein
unverbindliches Informations- und Beratungsgespräch
zu vereinbaren”, sagt Landmesser.
Die meisten Schülerinnen und Schüler, die mit ihren Eltern die
Möglichkeit zu Info-Gesprächen in Marburg wahrgenommen haben, nehmen
auch an den ab Frühjahr stattfindenden Orientierungswochen teil.
„Eigentlich finden das gesamte Schuljahr über Informationsgespräche
mit interessierten Eltern und deren Kindern statt”, so Landmesser.
Immer öfter kommt es vor, dass sich bereits ältere Schülerinnen und
Schüler, etwa ab Klasse 10, selbst um die Aufnahmegespräche und das
Aufnahmeverfahren bemühen und bei Frau Landmesser anrufen.
„In all den Jahren berührt es mich immer am meisten, wenn die
Eltern über die oft schwierige Situation ihrer Kinder berichten, sei
es durch eine zusätzliche Behinderung oder durch Probleme in der
Regelbeschulung”, erzählt Britta Landmesser aus ihren
Erfahrungen.
Neben dem Aufnahmeverfahren ist Frau Landmesser im Sekretariats-Team
auch Ansprechpartnerin für das schulinterne
Laptop-Projekt und die diversen
schulischen Praktika. Beide Projekte begleitet sie in
verwaltungstechnischer Hinsicht.
Die üblichen Sekretariatsaufgaben erledigt Frau Landmesser mit ihren
Kolleginnen gemeinsam.
„Das Tolle an meiner Tätigkeit ist, dass es kein reiner PC-Job
ist, sondern dass ich ziemlich viel umherflitzen muss. Es gibt
schließlich immer jemanden, der gerade etwas vom Sekretariats-Team
möchte”, beschreibt Britta Landmesser die Faszination ihrer
Arbeit.
Der Kontakt mit Eltern, Schülern und Mitarbeitern ist das, was für
Britta Landmesser ihre Arbeit auszeichnet. „Ich habe von Anfang
an gespürt, dass ich hier genau richtig bin”, freut sie sich noch
heute.
In ihrer Freizeit liest sie gerne „psychologische Krimis”,
macht Yoga, werkelt im Garten und wandert mit ihrem Mann „am
liebsten in Südtirol und im südlichen Bayern”.
blista