Und immer wieder…
„Auf in ein neues Schuljahr”

Und immer wieder…
„Auf in ein neues Schuljahr”

Monika Pfeffer Monika Pfeffer * » Die dunkle Jahreszeit kündigt sich an, mit Nebel am Morgen und einstelligen Temperaturen in der Nacht. Wir sind gut in das neue Schuljahr gestartet und in der Wohngruppe kehrt Alltag ein. Die Stimmung ist gut, die Betreuer noch entspannt von 6 Wochen Sommerferien. Die Jugendlichen der Wohngruppe sind mit guten Vorsätzen und überwiegend motiviert wieder angereist und auch zwei neue Jungen haben wir in der Wohngruppe begrüßt.
Doch bevor dieser Start in ein neues Schuljahr beginnt, gibt es viel Planungs- und Organisationsarbeit zu leisten. In Schule und Internat werden fast das ganze Jahr über Infogespräche mit interessierten Eltern und Kindern geführt. So auch zur Zeit wieder, denn das nächste Schuljahr ist schon in Planung, und viele Kinder und Jugendliche überlegen mit ihren Eltern, ob die blista eine Option für sie ist.

Im Frühjahr laden wir dann alle Interessierten zu unseren Probe- und Orientierungswochen ein. Diese sind sehr aufschlussreich für alle Beteiligten. Die Kinder und Jugendlichen können sich ein Bild davon machen, wie es zugeht an der blista, in Schule und Internat. Vielleicht erstmals getrennt von Eltern und Familie oder auch zum ersten Mal an einer besonderen Schule mit anderen sehbehinderten und blinden Altersgenossen. Für uns ist in diesen Wochen besonders wichtig, einen ersten Eindruck von den Kindern und Jugendlichen zu bekommen, ihre Stärken zu sehen und ihren Förderbedarf zu ermitteln. Dies gilt für Schule, RES und Internat gleichermaßen. Dadurch können wir, wenn das neue Schuljahr dann beginnt, zügig die individuellen Fördermaßnamen planen.
In der Wohngruppe versuchen wir unseren Gästen eine geborgene Atmosphäre zu bieten. Dazu gehört auch, dass nicht nur Betreuer, sondern auch die Gruppenmitglieder sich als gute Gastgeber erweisen. Viele können sich ja noch gut an die Zeit erinnern, als sie selbst zum ersten Mal an die blista kamen. Dieser Eindruck bleibt und hat daher eine große Bedeutung. Ein Lernfeld, nicht nur für die Gäste!

Was passiert nach den Probe- und Orientierungswochen?

Große Betriebsamkeit in allen Abteilungen der blista macht sich nun breit. Neben dem Tagesgeschäft ist in der Schule zu klären, in welche Jahrgänge die „Neuen” eingestuft werden, Klassenzusammensetzungen sind zu planen, Telefonate mit den abgebenden Schulen und den Kostenträgern zu führen. In der RES haben sich die Kollegen während der Probewochen bei den individuellen Überprüfungen einen Eindruck über den Stand der Mobilität verschafft. Daraus leiten sie schon jetzt den Förderbedarf ab, der auch für die Entscheidung wichtig ist, welche Wohngruppe gut passen könnte.
Im Internat haben wir ebenfalls genau hingeschaut, denn die Zusammensetzung einer Wohngruppe und die Entscheidung, wer passt wohin, ist natürlich sehr wichtig, um einen guten Start zu ermöglichen. Die Gruppendynamik, die sich ergibt, wenn neue Gruppenmitglieder dazukommen, ist hoch spannend. Daher haben wir uns auch Notizen während der Probewoche gemacht, wie beispielsweise ein Kind in Kontakt zu Gleichaltrigen tritt, ob es eher verhalten und schüchtern ist oder lebhaft und quirlig. Wir versuchen dann, alle relevanten Informationen so zu bedenken, dass die Gruppenzusammensetzungen ausgewogen sind. Dies gelingt uns auch in den meisten Fällen, und wenn es mal nicht passt, bemühen wir uns um Lösungen.

Dies alles passiert zwischen den Oster- und Sommerferien. Zur selben Zeit, in der wir auch mit älteren Jugendlichen der Wohngruppe ihren Umzug in eine SWG planen, viele Klassenarbeiten bzw. Klausuren anstehen, mancher vielleicht noch um die Versetzung kämpft, eine Gruppenfahrt gemacht wird, Theaterpremieren den Akteuren einen langen Atem abverlangen und, und, und…
Dann ist auch die Zeit, in der wir verstärkt Renovierungsarbeiten planen oder Neuanschaffungen tätigen, denn es soll ja alles schön und einladend gestaltet sein, wenn wir in das neue Schuljahr starten. Die Männer der Abteilung Bau/Technik haben besonders in den Sommerferien alle Hände voll zu tun. In unserer Wohngruppe haben sie zum Beispiel aus einem Durchgangszimmer zwei separat zugängliche Zimmer gebaut, neue Fußböden verlegt und neue Farbe an die Wände gebracht.

Die großen Ferien liegen hinter uns. Die frisch renovierten Zimmer sind wieder bezogen und die Spannung, wie wird es mit der neuen Gruppe, ist überall spürbar. So starten wir in ein neues Schuljahr. Am Anreisetag gibt es viel zu tun. Da werden noch die letzten Möbel gerückt, die frisch gereinigten Bettdecken und Kissen verteilt, ein guter Kaffee zum Kuchen aufgesetzt und die letzten Absprachen bezüglich der Gruppenregeln getroffen. Dann sind wir bereit, alle herzlich willkommen zu heißen. Die neuen Jungs kommen mit Eltern, Oma und Opa. Das Haus füllt sich schnell mit Leben. Auch die anderen Jugendlichen kommen nach den Ferien gemeinsam mit den Eltern und am Kaffeetisch gibt es erste Gelegenheiten, sich zu „beschnuppern”.

Inzwischen ist eine Weile vergangen. Unsere „Neuen” haben sich gut eingelebt, fühlen sich wohl und wir freuen uns über frischen Wind. Jetzt sind sie auch „blistaner” und haben sich gerade entschieden, ob Latein oder doch lieber Französisch die 2. Fremdsprache werden soll.
”Kommt drauf an, was du später mal machen willst”, raten die alten Hasen und erzählen, wie sie sich damals in der 7. Klasse entschieden haben.
Während wir uns in vorweihnachtlicher Stimmung über Wichtelabend, Adventskalender und Plätzchenbacken Gedanken machen, werden auch wieder Infogespräche geführt und Orientierungswochen sind in Planung…
Das nächste Schuljahr kommt bestimmt!

* Pädagogische Mitarbeiterin im Internat

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