Eine Reise der „Umwelt-AG” zum Nationalpark Berchtesgaden als Anerkennung für besondere Leistungen

Vom Schloss Bellevue zum Königssee

Die Mitglieder der Umwelt-AG stehen vor der „Engert-Holzstube”

Richard Hurtienne *, Fotos: Meinhard Gerdes » Nach der Auszeichnung mit dem „Deutschen Klimapreis der Allianz Umweltstiftung” in Berlin und dem Empfang bei Bundespräsident Horst Köhler im vergangenen Frühjahr, folgte für uns, die „Umwelt-AG”, im September ein weiteres Highlight. Die blista spendierte uns eine Reise in den Nationalpark Berchtesgaden. Wir erlebten dort ein vielfältiges Programm, unter anderem mit einer Führung durch Dr. Michael Vogel, Leiter des Nationalparks Berchtesgaden, und einer Wanderung bis nach Österreich.

Beim Festakt zur Preisverleihung der „Allianz-Umweltstiftung” in Berlin waren neben den ausgezeichneten Schulen auch viele andere Vertreter von Projekten eingeladen, die von der Stiftung bereits gefördert wurden. Und prompt wurde Rolf Niggemeyer, einer der beiden Lehrer der „Umwelt-AG”, von einem alten Studienfreund begrüßt, den er fast dreißig Jahre nicht mehr gesehen hatte. Dieser war von der Arbeit unserer AG beeindruckt und machte den Vorschlag, uns in „seinen” Nationalpark einzuladen, in den Nationalpark Berchtesgaden, dessen Leiter er nun ist. Wir alle waren von dieser Idee sofort begeistert, bot uns Dr. Michael Vogel doch eine ganz besondere Unterkunft an, die „Engert-Holzstube”, idyllisch und einsam im Nationalpark gelegen.

Der Tag kam, an dem wir die Reise antraten, und nach einer langen Fahrt stoppten wir schließlich vor einer Schranke, die den normalen Autoverkehr vom Nationalpark – und unserer Unterkunft – fernhielt. Nur mit einer Sondergenehmigung durfte man passieren. Wir erreichten eine Holzhütte mit rauchendem Schornstein auf einer Waldlichtung neben einem Bach. So hatten wir uns das doch vorgestellt. Allerdings war der Komfort in unserer Unterkunft ein wenig eingeschränkt, denn es gab zum Duschen nur kaltes Leitungswasser. Das hat uns aber nicht geschreckt. Die Körperpflege funktioniert auch mit kaltem Wasser direkt aus einem Gebirgsbach.
Am nächsten Morgen erkundeten wir zuerst unsere Umgebung und wanderten über die Bindalm steile Hänge hinauf, bis wir den Hirschbichl-Pass erreichten, der bereits in Österreich liegt. Ganz besonders schmackhaft war die Rast bei einer Almwirtschaft, die selbst gemachten Almkäse verkaufte. Da schmeckte man förmlich die pure Natur.
Danach besuchten wir die Rupertus-Therme und den Kurort Bad Reichenhall, denn auch Genuss und Wellness sollten bei unserer Fahrt nicht zu kurz kommen.

Eine Kuh streckt ihren Kopf aus dem Fenster einer Alm. Vier Schüler stehen davor

Den Besuch in Bad Reichenhall nutzten wir zu interessanten Studien über die Verhaltensweisen von Kurgästen. So verbrachten sie die meiste Zeit des Tages abwechselnd mit Spazierengehen, Cafébesuchen oder Sitzen auf der Parkbank. Das ganze erinnerte uns ein wenig an den „Zauberberg” von Thomas Mann.
Nach so viel Entspannung fühlten wir uns völlig erholt und fuhren zurück in den Nationalpark.

Am nächsten Tag trafen wir uns mit Dr. Michael Vogel im Nationalparkhaus in Berchtesgaden. Dort führte er uns durch die Ausstellung über den Nationalpark. Doch schnell wurde es praktischer. Wir fuhren zum niedrigst gelegenen und vielleicht berühmtesten Punkt des Nationalparks, dem Königssee. Der Königssee ist das Zentrum des Nationalparks mit den größten Touristenströmen. Der gesamte Verkehr wird, wie schon von Anbeginn des Fremdenverkehrs, mit Elektrobooten abgewickelt. Trotz Besucherandrangs kommt es daher nicht zu Umweltbelastungen, zumal auch die Abwässer der Gastronomie kontrolliert abgeleitet werden. Wir besuchten zuerst die Halbinsel Sankt Bartholomä, wo uns Dr. Vogel durch eine weitere Ausstellung zum Nationalpark führte. Zuvor gab es eine Delikatesse aus dem See, „Schwarzreiter”, die Hungerform des Saiblings, geräuchert eine Köstlichkeit, die auch hier nicht alle Tage serviert wird. Weiter fuhren wir nach Salet, ans Ende des Königssees, den so genannten Obersee. Während des gesamten Tages führte uns Herr Dr. Vogel und vermittelte uns neben Informationen über den Nationalpark auch Interessantes über seine Arbeit. Nachdem wir anschließend noch Berchtesgaden besichtigt hatten, war auch schon unser letzter Abend in der Holzstube angebrochen.

Insgesamt hat uns die Fahrt viel Spaß gemacht und wir denken gern an die vielen Erlebnisse zurück. Daher möchten wir uns bei allen bedanken, die uns diese Fahrt ermöglicht haben. Vor allem natürlich bei unserem Gastgeber, dem Nationalpark Berchtesgaden und Dr. Michael Vogel.

* Mitglied der Umwelt-AG

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