Mit GPS und Mikrofon: FOS 11 in der Arbeitswelt
Die Schüler der Klasse 11 der Fachoberschule Sozialwesen (FOS 11) geben uns einen Einblick in ihr derzeit laufendes Halbjahrespraktikum in sozialen Einrichtungen.
Martin Bans arbeitet in der Tagesbetreuung der Wladimir-Filatow-Schule,
einer Förderschule in Leipzig.
„Ich habe mir im Vorhinein schon vorstellen können, dass ich mit
Kindern zusammen arbeiten kann, aber ich hätte nie gedacht, dass ich von
den Kindern während des Praktikums so gut angenommen würde. Das macht
es mir in allen Punkten bei meiner bisherigen Arbeit leichter. Angefangen
bei Spielen mit einem oder mehreren Kindern, über kooperative Aufgaben und
Spiele (also – wo jedes Kind auf jeden ‘Mitspieler’
angewiesen ist) bis hin zur Streit- und Konfliktlösung.”
Henrike Bergermann arbeitet im Internat der Johann-Peter-Schäfer-Schule
für Blinde und Sehbehinderte in Friedberg.
„Ich hätte niemals gedacht, dass mir die Betreuer so viel zutrauen
und mir richtige Aufgaben geben, und ich auch von mir aus Aufgaben
übernehmen soll. Ich hätte auch nicht gedacht, dass die Kinder mich
vom ersten Tag an akzeptieren und mir vertrauen. Ich hätte ebenfalls
nicht gedacht, dass es so schwierig sein kann, mit Kindern zu arbeiten, die
eine geistige Behinderung haben. Erstaunt hat mich, dass manche Kinder
durch ihre Einschränkung so viel Unterstützung brauchen. Überdies war ich
verblüfft, dass es mir nicht viel ausmacht, wenn Kinder an mir hängen und
dabei sabbern, dass ich mich nicht ekle, sondern es akzeptiere, wie es
ist.”
Christina Schwarz arbeitet im Schülerhort der Waldorfschule in Marburg.
„Bevor ich das Praktikum begonnen habe, hatte ich Sorge, wie die
Kinder mit meiner Behinderung, ich bin blind, umgehen würden. Ich hatte die
Befürchtung, dass die Kinder meine Einschränkung mit unangemessenen
Kommentaren oder Verhaltensweisen quittieren würden. Mit der Zeit wurde
mir klar, dass diese Sorge unbegründet war. Es gab hin und wieder einzelne
Kinder, die unangemessen auf die Behinderung reagierten, insgesamt hatte
ich es aber mit sozialen und hilfsbereiten Kindern zu tun.
U. a. bei der Hausaufgabenbetreuung
konnte ich sogar feststellen, dass die Kinder mich akzeptieren und auf
das, was ich ihnen mitteile und wozu ich sie auffordere, auch hören.”
Simon Siebenborn arbeitet in der Vorklasse und in der Mittagsbetreuung der
Geschwister-Scholl-Schule in Marburg.
„Ich hätte nie gedacht, dass es mir gelingt, 15 Kinder zu
beaufsichtigen, für Ruhe zu sorgen, ihnen nebenbei noch ihre Hausaufgaben
zu erklären und dabei konsequent zu bleiben. Ich bin nicht davon
ausgegangen, ein Projekt zu finden, was allen Kindern gefällt. Doch mein
Projekt über Wasser, an der Quelle mitten im Wald mit Einsatz von
GPS und Wasserfilter, weckte bei allen Kindern den Forschergeist.”
Alexander Treise arbeitet in der Tagesgruppe Stadt des
St. Elisabethvereins in Marburg.
„Es war für mich eine komplett neue Erfahrung, mit einer Gruppe von
Kindern pädagogisch zu arbeiten. Ich war überrascht, dass ich relativ
schnell Zugang zu den Kindern bekommen habe, obwohl ich bislang wenig
Erfahrung mit Kindern habe. Ich habe gelernt, eine tragfähige Beziehung zu
einem Kind mit besonderen Schwierigkeiten aufzubauen.”
Fotos: Barbara Nolte
blista