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Laptop tiptop!

Thorsten Büchner » Mit Computern konnte Doris Hahn nichts anfangen, als sie Mitte der 1990er Jahre ihren Job als kaufmännische Angestellte bei der Landesapothekenkammer verlor. Um ihre Kenntnisse auf diesem Gebiet zu erweitern, nahm sie an einer durch die Arbeitsagentur geförderten einjährigen EDV-Fortbildung teil, in der sie sich nach und nach die Welt der PCs zu eigen machte. Neben den modernen Betriebssystemen paukte Doris Hahn auch Netzwerkadministration, Serverkonfigurationen und andere auf den ersten Blick unverständliche Begriffe. Nach intensiven 12 Monaten bewarb sie sich um eine Schwangerschaftsvertretung im Schulsekretariat der Carl-Strehl-Schule und konnte dort bereits ihre frisch erworbenen EDV-Kenntnisse in die Praxis umsetzen.
Insgesamt arbeitete Doris Hahn über ein Jahr im Sekretariat und bildete sich nebenher weiter auf dem sich ständig verändernden und aktualisierenden EDV-Markt fort. Ziemlich schnell war klar, dass sie nach Ablauf der Vertretungszeit übernommen würde.
Ihre neue Abteilung war das „Elektroniklabor”, wo sie mittlerweile seit 10 Jahren zusammen mit ihrem Kollegen Georg Bender für die PCs und Laptops innerhalb der Carl-Strehl-Schule zuständig ist.

Doris Hahn

„Am Anfang war das alles für mich ziemlich aufregend”, gibt Doris Hahn zu. Sprachausgaben, Vergrößerungsprogramme und Braillezeilen waren Dinge, in die sie sich erst einarbeiten musste. ”Unsere Arbeit hat sich in den letzten 10 Jahren ziemlich verändert”, berichtet sie. Mussten früher lediglich die schuleigenen, stationären PCs in den Klausur- und Unterrichtsräumen betreut, gewartet und am Laufen gehalten werden, kamen nach und nach immer stärker die Schülerlaptops in den Vordergrund des Berufsalltags.
Mittlerweile ist Doris Hahn fast ausschließlich mit den Laptops der Schülerinnen und Schüler beschäftigt.
„Insgesamt sind an der Carl-Strehl-Schule weit über 200 Laptops permanent im Einsatz”, erzählt Hahn. Ihre Aufgabe besteht darin, die Laptops zu verwalten, bei Problemen beratend zur Seite zu stehen und Funktionsstörungen zu beheben. Dabei sei es oft nicht leicht, herauszufinden, warum dieser Laptop gerade wieder einmal nicht funktionieren möchte.
„Verträgt sich die Sprachausgabe nicht mit dem neu installierten Virenscanner”? „Ist die Braillezeile der Firma x mit dem Screenreader der Firma y nicht kompatibel”?

Zwar sind die schuleigenen Laptops sowie PCs größtenteils mit der gleichen Software und Hardware ausgestattet, aber es kommt durchaus vor, dass unvorhergesehene Schwierigkeiten beim Betrieb auftreten können. Doris Hahns Aufgabe ist es dann, herauszufinden, weshalb der „blöde PC jetzt wieder zickt”.

Da mittlerweile nahezu jeder Schüler über einen Laptop verfügt, hat sich Doris Hahns Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern deutlich intensiviert.
„In jeder großen Pause kommen Schüler bei mir vorbei und brauchen einen Rat oder Hilfestellung. Manchmal geht es auch einfach nur noch darum, die vorhandenen Daten zu retten”.
Insgesamt beurteilt Frau Hahn die Entwicklung im EDV-Bereich als äußerst positiv, jedoch merkt sie an, dass sie gelegentlich den Eindruck habe, dass dem Laptop und dem PC im Allgemeinen doch ein zu großer Stellenwert eingeräumt werde. Ihrer Meinung nach müsse ein Schüler auch ohne Laptop dem Unterricht folgen können und in der Lage sein, mitzuarbeiten.
„Schließlich können wir nicht für alle Schülerinnen und Schüler ein auf die individuellen Bedürfnisse angepasstes Ersatzgerät für den Fall der Fälle bereithalten”.
Außerdem sei es wichtig, sich nicht allzu abhängig von der technischen Ausstattung zu machen, trotz all der Erleichterungen, die der technische Fortschritt gerade Blinden und Sehbehinderten beschert hat.
Neben den Laptops gehört es auch zu Doris Hahns Aufgaben, die annähernd 100 stationären PCs der Schule zu betreuen. Während der Abiturprüfungen steht Frau Hahn immer auf Abruf bereit, falls es innerhalb einer Prüfungsklausur zu unvorhergesehenen Schwierigkeiten am Arbeitsgerät oder schlichtweg einem Bedienungsfehler kommt. Alle Geräte, die im Abitur verwendet werden, müssen vorher überprüft und von vorhandenen Dateien gesäubert werden, um mögliche Manipulationen zu verhindern.

Doris Hahn teilt das Schicksal vieler EDV-Spezialisten. Auch in ihrer Freizeit wird sie von Bekannten und Verwandten um Rat in Computerangelegenheiten gebeten.
„Ich kenne fast jeden PC innerhalb meines Verwandten- und Bekanntenkreises”, gibt sie lachend zu.

Eine große Leidenschaft von Doris Hahn ist das Theaterspielen. In Ernsthausen, einem Stadtteil von Rauschenberg, ist sie seit vielen Jahren in der dortigen Theatergruppe aktiv. Einmal jährlich bringt die Laienspielgruppe ein Stück, meistens eine Komödie, auf die Bühne und passt die Stückvorlagen an die dörflichen Verhältnisse an.
„Natürlich spielen wir die Stücke in Platt, dem Dialekt unserer Gegend”, sagt Hahn.

Als neues Hobby hat sie vor kurzem das Golfspielen entdeckt.
„Da kann ich so richtig abschalten und mich entspannen”.

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