Im Zentrum Marburgs
Ein neues Haus der blista
Text/Fotos Monika Pfeffer * » In einem traditionsreichen Haus Marburgs in bester Lage, dem ehemaligen Möbelhaus Leimbach in der Gutenbergstraße, bekannt für gehobene nordische Wohnkultur, ist im vergangenen Jahr eine neue Wohngruppe der blista entstanden.
Aufwendige Umbaumaßnahmen gingen dem Einzug der acht minderjährigen Jugendlichen voraus. Da wurde in der größten Hitze des Sommers mit Nachdruck gearbeitet, um rechtzeitig zum Schuljahresbeginn 2009/2010 das Wesentliche fertigzustellen.
Zunächst wurden das 1. und 2. Obergeschoss zu einer modernen, hellen und freundlichen Wohnung ausgebaut. Es entstanden acht wunderschöne Einzelzimmer, eine moderne geräumige Küche und gemütliche Ess- und Wohnzimmer.
Sehr geschmackvoll wurden zum Beispiel alte Elemente, wie Holzbalken unter den Decken, freigelegt und die originalen Türen soweit wie möglich erhalten. Aus einigen Zimmern hat man einen schönen Blick auf unser Marburger Schloss.
Besonders gut gefällt mir, dass ein Musikzimmer und ein Spielzimmer
realisiert werden konnten. Auch an Balkone wurde gedacht, die man
nachträglich an das Haus angehängt hat. Mit viel Liebe fürs Detail
haben die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Wohnung
eingerichtet. Kontrastreiche, freundliche Farben begrüßen die Bewohner
und Besucher des Hauses. Wunderbare Bedingungen, um sich wohl zu fühlen,
und hoffentlich auch ein wenig zu Hause.
Nun ist bereits ein Jahr vergangen und die Baumaßnahmen wurden im
Dachgeschoß weitergeführt. Dieses wird zum Schuljahr 2010/2011 von
der Minderjährigen Wohngruppe bezogen, um im 1. Obergeschoß die dringend
benötigten Plätze für eine neue Selbstständigen-WG zu schaffen.
Das gesamte Projekt hat selbstredend viel Schweiß, Geld, Nerven und
Durchhaltevermögen gekostet. Die neuen Schüler haben mit Geduld ertragen,
dass beim Einzug hier und da noch Möbel, Lampen oder auch
Haushaltsutensilien fehlten. Auch die pädagogischen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter hatten anfangs nicht die optimalen Bedingungen, die man sich
beim Start für eine neue Wohngruppe wünscht.
Aber so ist das nun mal, jeder, der schon einmal eine ähnliche Baumaßnahme
in Angriff genommen hat, kennt das. Das Ergebnis kann sich aber sehen
lassen - und das war das Ziel! Die blista ist um zwei attraktive Wohngruppen
in zentraler Lage reicher.
Gekauft und umgebaut wurde es übrigens von der Stiftung Deutsche
Blindenstudienanstalt, die es dem Internat der blista zur Verfügung stellt.
Zum Schluss noch eine kuriose Geschichte im Zusammenhang mit dem Umbau
des neuen Hauses.
Während der Bauphase stand für die Handwerker ein „Dixi-Klo” vor
der Tür. Als die Handwerker längst die Baustelle verlassen hatten,
stand besagtes Häuschen immer noch in der sommerlichen Hitze, und die
Marburger befürchteten schon, es solle dort verbleiben.
Als das Häuschen abtransportiert wurde, um anderenorts seinen Dienst zu
tun, war das Aufatmen besonders in der angrenzenden Liebigstraße
unüberhörbar.
* Pädagogische Mitarbeiterin im Internat
blista