Jubel, Trubel, Heiterkeit

Blista Sommerfest 2010

Viele Besucher stehen vor dem Grillstand

Isabella Brawata *, Fotos: Jochen Bechheim / Jürgen Nagel » In diesem Jahr gab es auf dem blista-Sommerfest tatsächlich Grund zu jubeln, und zwar ein 20-jähriges Jubiläum. Vor 20 Jahren wurden an der Carl-Strehl-Schule Schüler-Austauschprogramme mit England, Frankreich, den USA und Polen ins Leben gerufen. Leider wurde dieses schöne Ereignis von der Flutwasserkatastrophe in Polen überschattet. Die Wassermassen hatten auch vor der Blindenschule in Krakau nicht Halt gemacht und große Schäden angerichtet.
Sofort beschloss die blista, zu helfen. Ein Spendenkonto wurde für die Not leidende Schule eingerichtet und der gesamte Erlös aus dem Sommerfest kommt ihr zugute. Auch die Stadt Marburg, repräsentiert durch Oberbürgermeister Egon Vaupel, und der Landkreis, vertreten durch Frau Balzer, solidarisierten sich mit unseren polnischen Freunden.
Hans Junker, der Begründer des Austausches mit Polen, berichtete in einer bewegenden Rede, wie alles begonnen hatte und machte deutlich, welch großer Schritt von beiden Ländern gewagt wurde, als man sich vor dem Hintergrund des zweiten Weltkrieges die Hände reichte. Barbara Planter, die Direktorin der Krakauer Blindenschule, war mit einigen Schülern bei den Feierlichkeiten anwesend und war von der großen Hilfsbereitschaft tief beeindruckt. Ihren Dank verband sie mit der Hoffnung, dass das Austauschprogramm noch lange fortbestehen möge.

Drei „Sechser” bilden eine Pyramide Trubelig war es auf dem Sommerfest natürlich auch. Für jeden war etwas dabei. Die Kinder wurden magnetisch vom Eisstand angezogen, ließen sich begeistert am Schminkstand zu Indianern oder Kobolden verwandeln, tobten mit riesigem Spaß auf dem großen Airtramp, spielten mit den alten Römern die damals üblichen Spiele, machten optische und chemische Experimente oder bekamen auf lustige Art und Weise die Punktschrift gezeigt. Mitglieder der Theatergruppe, eine schwarz gekleidete Frau und ein weiß gekleideter Mann mit Turban

Die älteren Festbesucher konnten ihr Fußballwissen beim WM-Quiz testen und viele tolle Hörbuchpreise einheimsen, auf dem Energielehrpfad viel Wissenswertes erfahren, mit den Sprecherinnen der DBH samt Flötistin am helllichten Tag in einen schönen Sommernachtstraum entgleiten, den „Sechsern” in ihrem „Verrückten Klassenzimmer” bei ihren waghalsigen Turnübungen zuschauen, die Tanzkünste der coolen Boys und Girls der HipHop AGShow me the money” sowie die beeindruckenden Choreographien der Tanzgruppe „Fame” bestaunen, am Kreativtisch ihrem Schaffensdrang nachgehen oder am Rechner selber Browserspiele entwickeln.

Ein kleines Mädchen wird von einer Mitarbeiterin geschminkt Die Gäste sitzen an Tischen und essen
Sängerin mit Mikrofon Ein Gast erkundigt sich am Stand über Hörbücher und Daisy-Player

Wer sich nicht nur geistig, sondern auch körperlich fit halten wollte, hatte auf dem Sommerfest reichlich Gelegenheit. Kanu fahren auf der Lahn, klettern, Lebendkicker, Blindenfußball samt 8-Meter-Schießen, Bewegungsspaß und Sinneserleben in der Turnhalle, da konnte man schon ganz schön aus der Puste geraten.

Eine Gruppe Besucher

Da die blista eine Einrichtung für Menschen mit Sehbehinderungen ist, bekamen die Sehenden im Dunkelcafe oder als „Blindgänger” auf dem Schulgelände die Möglichkeit, einmal auszuprobieren, wie es ist, ohne Augenlicht zurechtzukommen.

Auch aus musikalischer Sicht hatte das Sommerfest wieder viel Erwähnenswertes zu bieten. Die „Sommertime” wurde eingeläutet. „Wonkers” und „Appletrees” gaben Hits von gestern und heute zum Besten.
Die Rockbands „Warehouse”, „Chandertown” und „Out of Sight” heizten ihren Zuhörern mächtig ein.

Schülerchor in der Aula

Liebhaber von gutem Essen kamen ebenfalls wieder voll auf ihre Kosten. In der „Trattoria Carlo Strehl” sowie am Stand der alten Römer gab es erlesene Häppchen und köstliche Speisen. Am Grillstand konnte man sich zünftig den Bauch voll schlagen und, wer dann noch nicht genug hatte, gönnte sich ein Stück Kuchen oder Crepes.

Die blista ist zwar kein Saftladen, aber sie hatte einen, und sogar eine Cocktailbar, obgleich es die Cocktails nur in der harmlosen jungfräulichen Version gab. Aber auf dem Sommerfest sollen die Gäste nicht nur unterhalten, sondern auch über die Arbeit der blista informiert werden: Was macht die Rehabilitationseinrichtung für Blinde und Sehbehinderte (RES)? Mit welchen Themen befassen sich die Politik- und Umwelt-AG? Wie läuft der Chemieunterricht an der CSS ab? Wie entstehen ein Modell und anschließend eine tastbare Landkarte? Wie werde ich Mitglied der Hörbücherei? Was macht denn so der Leseclub?
Auf all diese Fragen und noch eine Menge mehr konnte man auf dem Sommerfest Antwort bekommen.

Und heiter war es natürlich auch, wettermäßig gesehen. Sah es zu Beginn des Festes so aus, als wolle das Wetter uns dieses Jahr die Freude vermiesen, hatte der Wettergott ein Einsehen und ließ die Regenwolken daheim.
Das Sommerfest war auch dieses Jahr wieder einfach super! Jubel, Trubel, Heiterkeit eben.

* Redaktionsteam

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