Elternsprechtag – auch mit den Fachkräften der Rehaabteilung

Klaus Röder* » Bei Schülerinnen und Schülern gehören die beiden Elternsprechtage, die jährlich veranstaltet werden, nicht immer zu den beliebtesten Tagen des Jahres, denn oft kreisen die Gespräche in Schule und Internat um Ziele, die noch nicht erreicht sind.

Neben diesen Terminen mit den Lehrern der CSS, den Betreuern des Internats und den Informationsveranstaltungen, die zum festen Programm der Sprechtage gehören, besteht schon immer die Möglichkeit, Gesprächstermine mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Rehabilitationsabteilung (RES) zu vereinbaren. Denn parallel zu den schulischen Aufgaben stehen für viele Schüler Förderungen an, die von den RES-Fachkräften teilweise über einen langen Zeitraum durchgeführt werden. Über diese Förderungen werden die Eltern zu Beginn schriftlich benachrichtigt.

Im Einzelnen handelt es sich dabei um „Orientierung und Mobilität”, „Lebenspraktische Fähigkeiten”, „Arbeitstechniken”, „Punktschrift”, „Textverarbeitung”, „Bewegungsförderung” oder „Low Vision-Förderung”.
Außerdem nehmen Schülerinnen und Schüler zum Teil auch Termine beim Psychologischen Dienst wahr. Diese umfassende Förderung gehört ganz wesentlich zum sonderpädagogischen Profil der blista und ist für viele Familien mit ausschlaggebend, wenn sie sich dafür entscheiden, dass ihr Kind die CSS besuchen soll. Für unsere Schülerinnen und Schüler sind Fortschritte z.B. in der Nutzung einer Braillezeile, in der Zubereitung von Mahlzeiten oder in der Bewältigung des öffentlichen Nahverkehrs wichtige Meilensteine auf dem Weg in ein selbst bestimmtes Leben als junger blinder oder sehbehinderter Erwachsener.

Wie schnell unsere Schülerinnen und Schüler diese Meilensteine erreichen, ist allerdings sehr unterschiedlich und abhängig von ihrer Gesamtbelastung, der Motivation, dem Schweregrad der Behinderung und von Vorerfahrungen.
Auch die Eltern spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Sie sollten darüber informiert sein, welche Förderung ihr Kind gerade bekommt und wie sie konkret aussieht. Und: welche familiären Bereiche davon betroffen sind, d.h. welche Fähigkeiten ihr Kind auch zu Hause anwenden und damit seinen Fortschritt zeigen und festigen kann. Nicht immer sind Eltern davon überzeugt, dass ein blindes Kind z.B. kochen und mit Hitze umgehen oder alleine mit dem Zug nach Hause fahren kann, mag es dafür auch eine schriftliche Ausgangsempfehlung der Rehafachkraft geben. Schnell kann ein Sicherheitsdenken entstehen und dazu führen, dass das, was gelernt wurde, nicht angewendet werden darf, weil es in den Augen der Eltern zu gefährlich ist oder noch keine Routine im häuslichen ­Alltag gefunden hat.

Zweifel dieser Art, aber auch Verständnisfragen zu den Inhalten und Methoden der Förderung, Fragen danach, wie Eltern ihr Kind zu Hause fördern bzw. ihm mehr Selbstständigkeit einräumen können, aber auch Fragen nach möglichen Grenzen der Förderung können im Rahmen eines Elternsprechtages gestellt und besprochen werden. Dazu muss nur der Gesprächswunsch mit dem jeweiligen Rehalehrer an das Schulsekretariat gemeldet werden, so wie es auch bei den Lehrern der CSS ge­schieht.
Die Gespräche mit Rehalehrern finden in dem Gebäude Am Schlag 4a statt und sind in die Liste der Gespräche mit Lehrern eingearbeitet.

Die nächsten Elternsprachtage finden am Freitag, den 04. November 2011 und am Freitag, den 02. März 2012 statt.

* Mitarbeiter der RES

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