Braille-Seasons: Frühlingsbuch 2011

Das Frühlingsbuch 2011 heißt „Die drei !!! - Jagd im Untergrund” von Mira Sol.

Die drei !!! (Ausrufezeichen) können ihr Glück kaum fassen: Sie nehmen an einem Theater-Festival in Berlin teil. Das bedeutet eine Woche Theater, Shoppen, Nachtleben - Hauptstadt-Feeling pur! Doch kaum sind sie in Berlin angekommen, haben sie auch schon ihren nächsten Fall. Scheinbar sollen die Bewohner eines alternativen Szene-Viertels von einem skrupellosen Immobilien-Hai aus ihren Häusern vertrieben werden, damit der dort Luxus-Wohnungen bauen kann. Doch bei genauerem Hinsehen, kommen Kim, Franziska und Marie einem ganz anderen Verbrechen auf die Spur und tauchen ein in die geheime Berliner Unterwelt…

Aus dem Buch:

Der Hausmeister fing an zu fegen. Mist, es würde eine Weile dauern, bis er damit fertig war. So lange wollte Kim aber nicht warten. Ihr fiel der zweite Eingang ein, durch den sie gestern gegangen war, um den Müll zu den Tonnen im Hinterhof zu bringen. Schnell schlich Kim im Sichtschutz eines am Straßenrand abgestellten Baggers rechts am Haus vorbei. Dann lief sie geduckt in den schmalen Seitenweg zum Hinterhof. Schnell marschierte sie an der von einer dichten, hüfthohen Hecke gesäumten Hauswand entlang. „Autsch!”, entfuhr es Kim plötzlich. Sie hatte sich an einer dornigen Ranke den Unterarm aufgerissen. Ärgerlich betrachtete sie die Wunde. Ein wenig Blut trat aus dem feinen Riss in der Haut.
Kim presste ein Papiertaschentuch auf den Kratzer und ging weiter. Sie musste der Hecke ausweichen, die an einer Stelle nach vorne versetzt war. Irritiert hielt Kim an. Warum gab es hier eine Ausbuchtung? Kim beugt sich über das Gestrüpp, und die Dornen stachen ihr in den Bauch. Aber sie spürte den Schmerz nicht. Was sie sah, versetzte sie in die ihr so gut bekannte detektivische Neugier: Dicht an der Hauswand war ein Gitter in den Boden eingelassen. Ein Vorhängeschloss hing an den Metallverstrebungen. Kim beugte sich tiefer. Es war geöffnet! Ein Kribbeln durchfuhr ihren Magen.
Im selben Moment spürte sie unter ihren Füßen das seltsame Vibrieren, das sie schon im Apartment wahrgenommen hatte. Nur war es hier viel stärker und von einem lauten Geräusch begleitet. Im Halbdunkel des Schachts konnte Kim Steinstufen erkennen. Sie schienen in ein absolutes, schwarzes Nichts zu führen. Kim lief ein Schauer über den Rücken, als sie sich vorstellte, wie eng es da unten sein musste. Gleichzeitig spürte sie die nagende Neugier und das Bedürfnis auszuprobieren, ob sie sich da hinunterwagen würde. Kim überlegte.
Vielleicht war ja alles wieder ein Flop, wie die Eisentür im Keller, hinter der sich nur die Werkstatt eines alten Manns verbarg. Wenn sie die paar Stufen nach unten kletterte und nachsah, konnte sie abschätzen, ob es der Mühe wert war, heute Abend zusammen mit Franzi und Marie Nachforschungen anzustellen.

„Die Drei Ausrufezeichen” gibt es im BIT-Zentrum München des BBSB e.V., Tel.: 089-55988-136,
E-Mail: bit-bestellservice@bbsb.org
. Zum Kauf: Bestell-Nr.: P 14828, Kurzschrift: 197 Seiten (Vollschrift 265 S.), 1 Ordner, 29,00 Euro.

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