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Auf nach Straßburg

Politik-AG vor den Fahnen der EU-Länder im EU-Parlament

Die Politik-AG im EU-Parlament. V.l.n.r.: Martin Mendel, Mario Pizzio, Alexander Mundt, Katrin Müller, Victor Kratz, Manuel Beck, Jörg Sawatzki, Thomas Moj, Tobias Kalina, Hans Junker, Stefan Thomé, Monika Junker

Martin Mendel * / Auch dieses Jahr machte die Politik AG unter Leitung von Hans Junker wieder eine Reise, dieses Mal mit dem Ziel: Europäisches Parlament in Straßburg.

Direkt nach den Osterferien, am Montag, dem 11. April 2005, ging' s los. Nach einer vierstündigen Zugfahrt ereichten wir das frühlingshaft warme Strassburg. Dort angekommen, suchten wir unsere Jugendherberge „Amitel“ auf, in der wir für die nächsten zwei Tage untergebracht waren.

Nach dem Inspizieren der Zimmer und Etagenduschen ging es zurück in die Altstadt, wo wir eine Bootsrundfahrt auf der Ill buchten. Da bis zum Ablegen des Bootes noch rund eine Stunde Zeit war, besuchten wir das Straßburger Münster. Nach über 200 Jahren Bauzeit wurde das Münster 1439 geweiht. Diese Kirche ist unter anderem dafür bekannt, dass von zwei Türmen lediglich einer fertig gestellt wurde (der zweite wurde angefangen, doch wurde er nach einem Beschluss der Stadt wegen der zu hohen Kosten nie fertig gebaut). Die Plattform zwischen Nord- und Südturm ist für Besucher zugänglich. Eine weitere Sehenswürdigkeit des Münsters ist die Astronomische Uhr, welche sich im Münster befindet.

Nach dieser kurzen Besichtigung ging es zurück zum Schiff, welches nun zum Einstieg bereit lag. Mit dem Boot fuhren wir zwei der vielen Ill-Arme ab, die die Altstadt komplett umgeben. Wie erfuhren Interessantes über die ans Ufer grenzenden Häuser oder auch Kirchen. Zum Beispiel über die Thomas-Kirche nordöstlich der Altstadt, welche der Marburger Elisabethkirche nachgebaut wurde.

Am nächsten Tag brachen wir direkt nach dem Frühstück auf, schließlich hatten wir eine Verabredung mit Hartmut Nassauer, dem Europaabgeordneten der CDU, der als ausgebildeter Jurist aus dem nahe Marburg gelegenen Biedenkopf stammt. Nach dem kurzen obligatorischen Sicherheitscheck wurden wir von einer Mitarbeiterin Herrn Nassauers empfangen, welche uns in eine Art Presseraum brachte. Dann die Enttäuschung: Hartmut Nassauer konnte uns leider wegen einer wichtigen Abstimmung nicht empfangen. Dafür sein Kollege Thomas Mann, der als CDU-Abgeordneter für den Rhein-Main-Raum und den Vogelsberg zuständig ist. Herr Mann ist hinter Herrn Nassauer der zweitwichtigste Abgeordnete der Europa-Fraktion der CDU Hessen.

Herr Mann erzählte von seinem Arbeitsalltag als EU-Abgeordneter, der hier in Straßburg teilweise bis 19 Uhr dauert, und stellte sich unseren Fragen. Nach dem einstündigen Gespräch mit ihm wurden wir in den Plenarsaal geleitet. Hier nahmen wir als Zuschauer an einer Abstimmung teil, bei der es um die Entlastung der EU-Kommission, der praktischen „Regierung“ der EU, für verschiedene Politikbereiche ging. Hier erkannten wir auch aus der Entfernung Hartmut Nassauer als EU-Abgeordneten im Plenum. Wir durften eine Stunde an dieser Parlamentssitzung zuhören. Simultandolmetscher übersetzten alle Redebeiträge in die 23 Amtssprachen der EU. Wahlweise konnten wir über neben unseren Sitzen befestigten Schaltern in alle Übersetzungen hineinhören.

Danach ging es zurück in die Stadt. Nach einem kurzen Mittagsmenü wurden wir von Frau Vogt, einer Stadtführerin aus dem benachbarten Offenburg (Baden-Württemberg), durch Straßburg geleitet. Mit ihr besichtigten wir noch einmal das Straßburger Münster, danach die Altstadt und das „Berliner Viertel“ - letzteres wurde in der Zeit zwischen 1871 und 1914, also in der Zeit, als Elsass-Lothringen zu Deutschland gehörte - wie ein Ring um den Osten und Norden der Altstadt gebaut. Dabei erfuhren wir noch weitere interessante Details über die Straßburger Stadtgeschichte. Außerdem empfahl uns Frau Vogt, einmal einen „Flammkuchen“, eine Straßburger Spezialität, zu probieren. Nach der Führung wurden wir dann auch hierzu von Herrn Junker eingeladen.

Zurück im „Amitel“ ging es dann weiter mit dem Essen, allerdings gab es hier Kaninchenragout von einer etwas, nennen wir es „minderen“ Qualität. Am Abend suchten wir eine Kneipe auf, in der man deutschsprachiges Fernsehen empfing, da einige Fußball-Fans von uns das Champions-League-Spiel zwischen Bayern München und dem FC Chelsea anschauen wollten.

Am nächsten Morgen erklommen wir das Straßburger Münster und stiegen die unzähligen Stufen zur Plattform zwischen den „beiden“ Türmen hinauf, welche schon damals von Goethe jeden Tag besucht wurde. Wie wir erfuhren, wollte er damit seine Höhenangst verlieren. Nachdem wir den herrlichen Rundblick über Straßburg genossen hatten, kauften wir uns in der Stadt dann noch Reiseproviant für die Rückfahrt.

Knappe zwei Stunden später saßen wir auch schon wieder im Zug in Richtung Marburg.

Als Resümee, denke ich, kann ich stellvertretend für die komplette Gruppe sagen, dass die Fahrt ein voller Erfolg war. Auch wenn der Besuch im Plenarsaal etwas langweilig war, da hier nur abgestimmt wurde, bekamen wir dennoch einen guten Einblick in die Arbeit eines Europaparlamentariers. Auch der Aufenthalt in Straßburg war gelungen, wir erfuhren W issenswertes über die Stadtgeschichte, sowie über seine Einwohner und Bauten.

* Schüler 10 c

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