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BEPRA - Betriebspraktikum der 10. Klassen

Das Kennenlernen der Arbeitswelt steht im Mittelpunkt des Sozialkundeunterrichts in der Jahrgangsstufe 10. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich im Laufe dieses Schuljahres mit der Arbeitswelt vertraut machen. Viele Aspekte gilt es dabei zu berücksichtigen, das Prinzip der Sozialen Marktwirtschaft, den Aufbau eines Betriebes, innerbetriebliche Mitbestimmung, Schwerbehinderung im betrieblichen Alltag und vieles mehr.

Im Unterricht geht es zunächst um die eigenen Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten – und das eigene Selbstbild.

  • Wo liegen meine eigenen Stärken oder Schwächen?
  • Welche Branche oder welches Arbeitsfeld interessiert mich am meisten?
    Die Schüler machen sich vertraut mit Berufsbildern und Berusfsbeschreibungen. Dabei kommt u.a. auch das Internet zum Einsatz.
  • Welche besonderen Fähigkeiten und Fertigkeiten setzen bestimmte Berufe voraus?
  • In welchen Schulfächern werden solche Qualifikationen besonders vermittelt?
  • Welche „Schlüsselqualifikationen” – Fächer übergreifende besondere Eigenschaften wie z.B. Teamfähigkeit, Offenheit, Kommunikationsfähigkeit, praktische Intelligenz etc. – werden verlangt?
  • Welchen Stellenwert hat dabei meine Behinderung?
  • Wie gehe ich mit ihr um?
  • Mit welchen Vorurteilen gegenüber Sehgeschädigten ist bei der "sehenden Welt" zu rechnen?
  • Wie vermittele ich meine Einschränkungen den Ansprechpartnern der Praktikumsbetriebe?

Als erster Leistungsnachweis wird eine Bewerbung mit einem Lebenslauf geschrieben. Es folgt dann das Bewerbungstraining inklusive der Rollenspiele, bei denen man Bewerbungsgespräche selbst durchspielt.
Dabei geht es auch um das Trainieren wichtiger Umgangsformen und das Achten auf die eigene Körpersprache.

Im Dezember gibt es für alle Klassen an einem Vormittag einen besonderen Höhepunkt: ein Planspiel über innerbetriebliche Konflikte, in dem sich alle in verschiedenen Rollen (Betriebsleitung, Betriebsrat, Presse etc.) ausprobieren können.

Die Besichtigung von Betrieben schließt sich an. Das VW-Werk in Baunatal, in dem Getriebe, die Karosserie des VW-Passats, Austauschmotoren sowie Getriebe- und Motorengehäuse hergestellt werden, wird als Vertreter der so genannten "Global Player" besucht. Neben einer allgemeinen Einführung über das Werk in Kassel und den VW-Konzern besichtigen die Schülerinnen und Schüler die Werkhallen I und II des Baunataler Werkes und schnuppern dabei in die Produktion von Motoren, Getrieben und Karosserien des größten deutschen Autoherstellers hinein.

Die Firma Hoppe als großer mittelständischer Betrieb in Stadt Allendorf ist das zweite Ziel aller 10. Klassen. Hoppe ist Weltmarktführer in der Herstellung von Fenster- und Türarmaturen und produziert mit über 3000 Mitarbeitern in 9 Ländern. Neben einem einleitenden Vortrag über Unternehmen, Unternehmensphilosophie und betriebliche Strukturen haben wir die Gelegenheit, einen Blick in die Produktion hochwertiger Metallarmaturen für Fenster und Türen zu werfen.

Höhepunkt ist natürlich das Betriebspraktikum selbst, das eine Woche nach den Osterferien beginnt. Es gilt dabei, den Arbeitsalltag in einem beruflichen Umfeld kennen zu lernen, für das man sich besonders interessiert. Das sollte aber nicht heißen: Ich erprobe mich in meinem Traumberuf.
Im Mittelpunkt steht dabei auch immer die Reflexion der eigenen Behinderung vor dem Hintergrund der beruflichen Anforderungen.

Parallel dazu werden Einzelberatungen beim Arbeitsamt angeboten.

Am Ende gilt es, das Betriebspraktikum in einem Praktikumsbericht auszuwerten. Der BEPRA-Bericht wird dabei als schriftlicher Leistungsnachweis gewertet.

Das BEPRA-Projekt ist der erste Teil der Berufsorientierung an der CSS. Am Ende der Jahrgangsstufe 10 müssen alle Schülerinnen und Schüler entscheiden, wie ihr zukünftiger Weg schulisch oder beruflich weitergeht. Sie haben die Möglichkeit, nach dem erfolgreichen Abschluss der Klasse 10 direkt in die Berufsausbildung zu gehen. Das bedeutet an der CSS, seine Schullaufbahn zu beenden und an der [intern]Höheren Berufsfachschule für Informationsverarbeitung/Wirtschaft BIW oder der [intern]Höheren Berufsfachschule für Fremdsprachensekretariat FSK einen praktischen Beruf an der Blista zu erlernen.

Besonders dafür begabte Schülern können auch in die [intern]Berufsschule für Informatikkaufleute wechseln. Wir empfehlen den Besuch dieser Schule auf Grund der besonders niveauvollen Ausbildung jedoch erst nach dem erfolgreichen Abschluss des Abiturs.

Sollten die Schülerinnen und Schüler ihre Schullaufbahn fortsetzen wollen, haben sie die Möglichkeit, das [intern]Berufliche Gymnasium - Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung zu besuchen, die gymnasiale Oberstufe des [intern]Allgemeinen Gymnasiums oder die [intern]Fachoberschule Sozialwesen, die man nach der Jahrgangsstufe 12 mit dem Fachabitur abschließt.

In der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums wird in der zweiten Januarhälfte das BOSS-Praktikum (Berufsorientierung sehbehinderter und blinder Schülerinnen und Schüler) durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler haben dabei die Möglichkeit, in ganz Deutschland oder auch in Europa Universitäten und Betriebe zu erkunden. Jetzt sollen ganz gezielt in dem aller Wahrscheinlichkeit nach späteren Berufsfeld Universität oder Betrieb gezielt Erfahrungen gemacht und Informationen gesammelt werden.

Wir Lehrer hoffen, mit dieser Struktur der Berufsorientierung an der CSS allen beteiligten Schülerinnen und Schülern während ihrer Schullaufbahn zu helfen, ihren eigenen Weg zu Studium und Beruf zu finden.

Am Ende erhalten alle Absolventen der CSS den Berufsorientierungs-Pass, in dem alle absolvierten Teile der Berufsorientierung an unserer Schule dokumentiert und bescheinigt werden. Dieser Pass kann später bei Bewerbungsverfahren mit eingereicht werden.

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