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„Wie macht man Begegnung?“

Im November 2005 fand an der Deutschen Blindenstudienanstalt e. V. die EU-Konferenz „Grundtvig“ II: „Equal chances“ statt, die von Herrn Hertlein, Direktor der Deutschen Blindenstudienanstalt e. V., und Frau Soltwedel-Schäfer, ehemalige EU-Abgeordnete, geleitet wurde. Unsere Grundtvigpartner sind Schuleinrichtungen aus Polen, Rumänien, Frankreich und Italien, die der Blista entsprechen.

Teilnehmer FIA

Die EU-Konferenz Grundtvig ist eine Lernpartnerschaft und dient als Arbeitstreffen von Lehrern und Schülerinnen zum Austausch über Lerninhalte im Bereich Kunst und Informationstechnologie.

Wir, die Auszubildenden des Fremdsprachensekretariats, erhielten als einzige Schüler unserer Einrichtung die Möglichkeit, ebenfalls an dieser internationalen Konferenz teilzunehmen.

Im Rahmen dieser Konferenz wurde im Workshop Kunst das Thema: „Wie gibt man blinden und sehbehinderten Jugendlichen die Möglichkeit, auf internationaler Ebene tätig zu werden?“- diskutiert. Es wurde beschlossen, ein Projekt aus Musik, Theater und Kunst zu entwickeln, das von Jugendlichen aus 5 verschiedenen Teilnehmerländern in einer festgelegten Zeitperiode durchgeführt werden sollte.

Aus dieser Idee entstand dann das Jugendprojekt FIA (Foreign Inspiration of Arts), welches wir Auszubildenden des Fremdsprachensekretariats organisieren, planen und durchführen möchten.

Bei der Organisation kamen nun die vier Ws (Wann - Wo - Wie - Was und warum) ins Spiel, wobei die Frage nach dem „Warum“ sich bereits innerhalb der zwei Konferenztage von selbst beantwortet hatte. Europäische Begegnung war und ist der Grund für das Projekt und diese Begegnung der Jugendlichen dient dazu, um Barrieren zwischen verschiedenen EU-Ländern zu überschreiten.

Weiterhin sollten wir im Rahmen unserer Ausbildung mit Projektmanagement, Eventmanagement sowie mit EU-Projekt-Management vertraut werden. Wir sollten lernen, eigenständig und verantwortungsbewusst internationale Projekte zu planen und durchzuführen. Dazu gehört nicht nur Genauigkeit, ein hohes Verantwortungsbewusstsein und ein großes Maß an Engagement, sondern ebenfalls die professionelle Anwendung der Fremdsprachen, die zusätzlich zum Projektmanagement Hauptbestandteil unserer Ausbildung sind.

Ein weiteres sehr wichtiges Ziel war es ebenfalls den Umgang mit anderen Kulturen und Traditionen zu lernen und auszubauen. Wir wollten Erfahrungen bezüglich der interkulturellen Begegnungen sammeln und mögliche Vorurteile anderen Ländern und Kulturen gegenüber abbauen.

Das „Was“ wurde, wie oben schon erwähnt, in die Hände von uns Auszubildenden gelegt und wir haben uns für ein Musiktheater mit dem Titel „FIA“ entschieden (FIA = Foreign Inspiration of Arts), das sich aus kurzen Sprechszenen und Musikeinlagen zusammensetzen wird. Das Stück soll das Thema „Begegnung“ von verschiedenen Seiten beleuchten und einen Einblick in die Vielfältigkeit des Begriffes „Begegnung“ geben.

Das „Wie“ und das „Wann“ haben wir in einem Zeitraum von vier Monaten in regelmäßigen Sitzungen mit Frau Soltwedel-Schäfer behandelt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Blista der Träger des Projekts sein wird und somit wir Azubis die Leitung und den Entwurf des Projekts übernehmen. Somit soll im November '06 eine Projektwoche an unserer Einrichtung stattfinden, in der jeweils 8 Jugendliche aus 5 verschiedenen EU-Ländern nach Marburg kommen, um gemeinsam mit uns das Projekt „FIA“ zu verwirklichen. Das „Wie“ beinhaltet jedoch noch einen zweiten wichtigen Teil, nämlich die Finanzierung der Projektwoche. Hierzu ist zum 01.04.06 ein 31 Seiten langer EU-Jugendantrag nach Brüssel gegangen, in dem FIA ausführlich vorgestellt wird und um die Unterstützung der Europäischen Union gebeten wird. Sollte es zur Verwirklichung dieses Projekts kommen, haben Interessierte vom 08.11. bis 15.11.06 und besonders am 14.11.06 die Möglichkeit, in den Räumlichkeiten der Deutschen Blindenstudienanstalt e. V. „Begegnung zu machen“ und von einer anderen Seite kennen zu lernen.

Für jedes Teilnehmerland bedeutete die Bearbeitung des Antrags ein langer Formalitätengang und wir alle waren sehr glücklich, dass dieser EU-Antrag zum 15.06.06 genehmigt wurde und wir damit einen großen Beitrag zur Barrierefreiheit zwischen Behinderten innerhalb der EU leisten konnten.

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