• Frühförderung

Sie sind hier:

Frühförderung für blinde und sehbehinderte Kinder

Zurück an den Anfang der Seite

Frühförderung - für wen?

In der Frühförderstelle für sehbehinderte und blinde Kinder der Deutschen Blindenstudienanstalt werden Familien mit sehbehinderten, blinden und mehrfachbehindert - sehgeschädigten Kindern vom Säuglingsalter bis zum Schuleintritt betreut. Das Angebot richtet sich zudem an blinde Eltern mit sehenden Kindern. Die Frühförderung beinhaltet die Entwicklungsförderung des Kindes und die Beratung der Eltern.

Das Einzugsgebiet der Frühförderstelle umfasst die Landkreise Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill sowie Teile der Landkreise Gießen, Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder.

Zurück an den Anfang der Seite

Frühförderung - warum?

Blindheit oder Sehbehinderung im Kindesalter stellen ein gravierendes Risiko für die gesamte Entwicklung dar. Ohne besondere Förderung bleiben blinde und sehbehinderte Kinder häufig in ihrer Entwicklung hinter gleichaltrigen sehenden Kindern zurück (z.B. beim Erlernen der Fortbewegung, der Handgeschicklichkeit oder in der Selbstständigkeit). Dies gilt um so mehr, wenn zusätzlich zur Sehschädigung weitere körperliche oder geistige Behinderungen vorliegen.

Zurück an den Anfang der Seite

Ziele der Frühförderung

  • Entwicklung der dem Kind innewohnenden Fähigkeiten
  • Vermeidung oder Minderung von Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensproblemen, die durch die Sehschädigung entstehen können
  • Stärkung von Neugier, Eigeninitiative und Selbstvertrauen
  • Unterstützung und Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern
  • Größtmögliche Normalität und Integration für Kind und Familie

Zurück an den Anfang der Seite

Frühförderung - ab welchem Alter?

In den ersten Lebensjahren werden entscheidende Weichen für die weitere Entwicklung gestellt. Frühförderung ist daher um so wirksamer, je früher sie einsetzt.

Eine sinnvolle Förderung ist bereits in den ersten Lebensmonaten des blinden oder sehbehinderten Kindes möglich. Die Frühförderung kann bis zum Schuleintritt fortgesetzt werden.

Wie geschieht Frühförderung?

Betroffene Familien mit einem blinden oder sehbehinderten Kind werden in regelmäßigen Abständen zu Hause besucht.

In der häuslichen Umgebung erfährt das Kind durch gezielte Spielangebote und Fördermethoden Unterstützung bei der Entwicklung seiner Fähigkeiten.
Die Eltern werden in allen Fragen, die die Förderung und Erziehung ihres Kindes betreffen, beraten. Gemeinsam mit den Eltern wird nach Möglichkeiten gesucht, wie die Eltern selbst im Alltag zur Entwicklung ihres Kindes beitragen können.

Die Förderung von Kindern im Kleinkind- und Vorschulalter geschieht im Wesentlichen durch das gemeinsame Spiel. Besonders förderlich für die kindliche Entwicklung sind dabei erfahrungsgemäß diejenigen Situationen und Spiele, die die Neugier des Kindes wecken und sowohl dem Kind wie auch den Eltern Spaß machen. Das Kind soll Erfolgserlebnisse erfahren, die sein Selbstvertrauen stärken und dazu motivieren, die Welt zu erkunden.

Zurück an den Anfang der Seite

Schwerpunkte der Entwicklungsförderung

Die Inhalte der Förderung richten sich nach den individuellen Stärken und Schwächen des einzelnen Kindes. Auf der Grundlage einer detaillierten Diagnostik des Sehvermögens und des Entwicklungsstandes des Kindes wird ein individueller Förderplan erstellt.

Schwerpunkte der kindbezogenen Förderung und der entsprechenden Beratung sind häufig:

  • Die Förderung der Sinne und der Wahrnehmungsfähigkeiten, insbesondere des verbliebenen Sehvermögens, des Hörens und des Tastens
  • Die Förderung der Bewegungsentwicklung (z.B. Sitzen, Krabbeln, Laufen lernen, Gleichgewichtsübungen)
  • Die Förderung des Spielverhaltens und der Handgeschicklichkeit (z.B. das Greifen und Halten von Dingen lernen, bauen, basteln, malen, …)
  • Förderung der Kommunikation und des Sozialverhaltens
  • Die Förderung des Spracherwerbs, der Begriffsbildung und der Sprachentwicklung
  • Die Unterstützung im Bereich der geistigen Entwicklung („die Welt verstehen lernen“)
  • Die Förderung der Selbstständigkeit (z.B. selbstständig essen und trinken lernen, An- und Ausziehen, …)
  • Unterstützung bei der selbstständigen Fortbewegung und der Orientierung im Haus und draußen

Zurück an den Anfang der Seite

Beratung der Eltern

Die Gestaltung optimaler Entwicklungsbedingungen für das Kind kann nur in enger Kooperation mit den Eltern erfolgen. Wesentlicher Bestandteil der Frühförderung ist daher der gemeinsame Austausch und die Beratung der Eltern.

Die Beratungsgespräche mit den Eltern beziehen sich vor allem auf:

  • Die Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit der Behinderung des Kindes
  • Die Einschätzung des Entwicklungsstandes, besonderer Verhaltensweisen und der Fördermöglichkeiten des Kindes
  • Möglichkeiten zur Einbettung entwicklungsförderlicher Interaktionen, Spiele und Übungen in den Alltag
  • angemessene Spiele und Spielmaterialien
  • Behinderungsgerechte Gestaltung der Spielumgebung und der Wohnung
  • Spezifische Hilfsmittel (z.B. Lupe, Monokular, Bildschirmlesegerät, Langstock, …)
  • Wahl des Kindergartens oder der geeigneten Schulform
  • Sozialrechtliche Ansprüche (z.B. Blindengeld, Pflegegeld)
  • Weitere spezielle pädagogische oder therapeutische Maßnahmen

Zurück an den Anfang der Seite

Methoden

Die Förderung für ist so angelegt, dass die Einschränkung bzw. der Ausfall des Sehvermögens soweit wie möglich kompensiert wird.

  • Beim blinden Kind: Die Förderangebote werden so gewählt und strukturiert, dass das Kind die verbliebenen Sinne (vor allem Tasten und Hören) verstärkt für das Lernen nutzt.
  • Beim sehbehinderten Kind: Das Kind soll sein vorhandenes Sehvermögen soweit wie möglich für die angestrebten Lernprozesse nutzen können. Die Lernumgebung, die Fördermedien und die Kommunikation mit dem Kind werden deshalb sehbehindertenspezifisch gestaltet.

Zurück an den Anfang der Seite

Weitere Angebote der Frühförderstelle

  • Durchführung von Eltern-Kind-Gruppen, Gesprächskreisen, Elternseminaren oder weiteren gemeinsamen Aktivitäten (z.B. Bastelnachmittag, Sommerfest), in denen die Eltern sich mit anderen betroffenen Familien austauschen können
  • Fortbildung und kontinuierliche Beratung von Erzieherinnen in Kindergärten, die ein sehbehindertes oder blindes Kind betreuen
  • Direkte Förderung blinder oder sehbehinderter Kinder im Kindergarten
  • Interdisziplinäre Abstimmung der Förderung mit Ärzten, Therapeuten und weiteren Fachkräften, die mit der Förderung und Behandlung des Kindes zu tun haben

Zurück an den Anfang der Seite

Kosten der Frühförderung

Die Kosten für die Frühförderung werden im Rahmen der Eingliederungshilfe für Behinderte aus Mitteln der örtlichen Sozialhilfeträger, des Landeswohlfahrtsverbandes und des Landes Hessen finanziert.

Für die Eltern ist Frühförderung kostenfrei!

Zurück an den Anfang der Seite