Bewegungsförderung
- Startseite |
- blista Angebote |
- Rehabilitation / Beratung |
- Bewegungsförderung
Bewegungsförderung
Ergotherapeutisch, physiotherapeutisch und psychomotorisch orientierte Bewegungsförderung
Bewegung ist untrennbar mit unserem Alltag verbunden, ob wir uns im Bett räkeln, die Zähne putzen oder ob wir ein Frühstücksbrot schmieren.
Aber nicht jede Bewegung ist uns vertraut. Wer einen Tanzkurs besucht oder auf einem Pferderücken sitzt, spürt sehr bald, dass sein Körper über Knochen, Muskeln, und Sehnen verfügt, die er vorher kaum gespürt hat. Was zunächst so einfach erscheint - ein Brot schmieren, mit dem Langstock pendeln - besteht bei genauerer Betrachtung aus vielen und komplizierten Bewegungsabläufen.
Bewegung und Wahrnehmung
Wie gut Bewegungsabläufe gelingen, hängt davon ab, ob die Wahrnehmung der Umwelt und die des eigenen Körpers durch unsere Sinne funktioniert.
Für die Planung und Durchführung jeglicher Bewegungsabläufe ist dieser Wahrnehmungsvorgang von großer Wichtigkeit. Er trägt dazu bei, ein Körperschema auszubilden, eine innere Landkarte unseres Körpers zu entwickeln, die uns dabei hilft, Bewegungen adäquat auszuführen.
Schüler, die in ihrer Entwicklung nur wenig Bewegungserfahrung machen konnten, haben ein unklares Körperschema. Dies wirkt sich auf die unterschiedlichsten Handlungs- und Bewegungsabläufe aus.
Das bedeutet, dass es ihnen schwer fallen kann, wenn sie Handlungen ausführen sollen, die ihnen nicht geläufig sind - z.B. eine Sprossenwand hochklettern, Fleisch zu schneiden oder einer Bordsteinkante mit dem Langstock zu folgen.
Ergotherapeutisch und psychomotorisch orientierte Förderangebote
Hier werden spielerische Anlässe für differenzierte Wahrnehmungs- und Bewegungserfahrungen angeboten. Die Vielfältigkeit neuer sensomotorischer Erfahrungen bildet einen wesentlichen Baustein der Förderung. Die Aktivitäten ermöglichen den Schülern sinn- und freudvolles Handeln, ob es sich nun um ein Werkangebot, ein Suchspiel im Wald, ein psychomotorisches Bewegungsspiel in der Gymnastikhalle, einen Besuch auf dem Spielplatz, einen gemeinsamen Backnachmittag oder das Kennenlernen neuer Umweltgegebenheiten handelt.
Entsprechende Förderangebote bilden die Basis für Fortschritte im gesamten Rehabilitationsangebot. Die enge Kooperation mit allen Beteiligten (Betreuer, Lehrer, Rehabilitationslehrer) stärkt die Voraussetzungen für eine gelungene Rehabilitation.
Angestrebte Förderziele sind
- Die Schulung des taktil-kinästhetischen, des vestibulären, des akustischen und evtl. des visuellen Sinns
- Raumerfahrungen, als Voraussetzung, um sich sicher und mit Freude im Raum frei bewegen zu können
- Körpererfahrungen zu sammeln, d.h. Körperschema, Körperbewusstsein und Koordination zu entwickeln
- Materialerfahrungen zu sammeln, um sich handelnd mit der Umwelt auseinandersetzen, d.h. die Umwelt handelnd begreifen
- Sozialerfahrungen zu sammeln, wie z.B. die Interaktion und Kooperation mit Anderen, und dabei etwas über das eigene Sozialverhalten zu lernen
- Förderung der Feinmotorik d.h. Schulung der Händigkeit, Geschicklichkeit und Fingerfertigkeit
Physiotherapeutisch orientierte Förderangebote
Eine physiotherapeutisch ausgerichtete Förderung wird für Schüler mit zusätzlichen Beeinträchtigungen (neurologische, orthopädische oder internistische Ursachen) angeboten. Der ganzheitlich orientierte Förderansatz, der sich je nach Indikation auf unterschiedliche Therapieansätze bezieht, zielt darauf ab, die Kompetenzen des Betroffenen im Alltag in seinem Umgang mit der Behinderung zu vergrößern.
Weitere Schwerpunkte der Bewegungsförderung bestehen in einem Angebot zur Rückenschulung und darin, verschiedene Ansätze zur Körperarbeit kennenzulernen (z.B. Yoga, Entspannungsmethoden).
Kooperation mit der Blindentechnischen Grundausbildung
Innerhalb der BtG-Maßnahmen ist die Begleitung durch die Bewegungsförderung fester Bestandteil. Sie bezieht sich auf die individuelle Betreuung im Rahmen des Sport- und Schwimmangebotes und eventuell physiotherapeutisch orientierter Förderung. Darüber bietet sich den Teilnehmern die Möglichkeit, positive Erfahrungen mit dem eigenen Körper zu machen und Freude an Bewegung zu erleben.
Als sehr bereichernd hat sich das seit einigen Jahren durchgeführte ergotherapeutisch orientierte Kreativangebot erwiesen. Ziel des Angebotes ist es, im Umgang mit Materialien wie Ton, Speckstein, Seide, Webmaterialien etc. die eigenen Fähigkeiten neu zu entdecken und weiter zu entwickeln.
Die Angebote der Bewegungsförderung helfen den Späterblindeten, sich zu öffnen, das Vertrauen in die eigenen Kompetenzen zu vergrößern und ein Stück Lebensfreude zu erwerben.
Alle Förderangebote werden sowohl in Einzel- als auch in Gruppenarbeit durchgeführt.
blista