Psychologischer Dienst
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Der Psychologische Dienst
Von links nach rechts: Herr Röder, Frau Stelker, Frau Georgi, Herr Dr. Hecker
Der Psychologische Dienst ist als übergreifender Dienst in Schule, Internat und RES tätig. Seine Schwerpunkte sind die Diagnostik, Beratung und Psychotherapie von Schülerinnen und Schülern der Carl-Strehl-Schule und Rehabilitanden der Blindentechnischen Grundausbildung sowie die Beratung der pädagogischen Mitarbeiter. Die Zusammenarbeit mit Eltern ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit, sowohl zur Unterstützung der Schüler als auch als Beratungsangebot an Eltern.
Als besonderes Angebot für Schüler, Eltern und Mitarbeiter bieten wir den psychologischen Dienst seit 1979 an, da die blista immer wieder Schüler und Rehabilitanden mit Schulschwierigkeiten, psychischen oder rehabilitativen Problemen betreut, die auch zu Problemen im Unterricht und im Gruppenalltag des Internats führen können. Der interne psychologische Dienst gewährleistet, dass die psychologische Unterstützung für die Ratsuchenden (Schüler, Lehrer, Internatsbetreuer, Rehabilitationslehrer und Eltern) unkompliziert und schnell erfolgen kann.
Diagnostik
Die diagnostische Abklärung bei Problemen im Leistungsbereich (z.B. Schulschwierigkeiten, Teilleistungsschwächen, Konzentrationsprobleme, Gedächtnisprobleme) dient dazu, Grundlagen für die Förderung zu erarbeiten, die vom Psychologischen Dienst selbst oder anderen Mitarbeitern durchgeführt wird.
Klinische Diagnostik bei psychischen Problemen oder Verhaltensauffälligkeiten (z.B. Ängste, Depressionen, Selbstwertprobleme, Drogenmissbrauch, Ess-Störungen, Traumatisierungen) hat zum Ziel, eine Störung zu benennen, ihre Ausprägung einzuschätzen und einen Therapieplan zu erstellen.
Da gängige Diagnoseverfahren nicht oder nur eingeschränkt verwendet werden können, erfordert die diagnostische Arbeit ein großes Maß an beruflicher Erfahrung.
Beratung, Krisenintervention und Psychotherapie
Die Gründe, aus denen heraus Schüler einen therapeutischen oder beratenden Kontakt suchen, sind vielfältig. Es kann sich z.B. um entwicklungsbezogene Themen handeln, wie die Ablösung von den Eltern, um Konflikte mit Mitschülern oder auch um behinderungsbezogene Themen, wie die Angst zu erblinden oder Unsicherheiten im Kontakt mit Sehenden. Nicht selten spielen Schulschwierigkeiten eine Rolle, z.B. die Angst vor Prüfungen, Lern- und Ordnungsstrategien und Fragen der Schullaufbahn.
Bei einzelnen Schüler liegt eine längere behandlungsbedürftige psychische Störung vor, z. B. eine Essstörung, eine Angststörung, eine depressive Störung oder eine posttraumatische Belastungsstörung.
Unsere Angebote für Schüler und Rehabilitanden umfassen
- Psychologische Beratung und Therapie bei persönlichen Sorgen und Schwierigkeiten
- Krisenintervention bei besonders schwierigen Lebenssituationen Spezielle Gruppenangebote, z.B. zur Förderung der sozialen Kompetenz, Entspannung und Prüfungsangst
- Förderung bei Problemen im Leistungsbereich, z.B. Schulschwierigkeiten, Teilleistungsschwächen, Konzentrations- und Gedächtnisproblemen
Die psychologische Arbeit findet in der Regel in Form von Einzelsitzungen statt.
Über die Inhalte der Gespräche besteht Schweigepflicht. Wenn die Kinder unter 16 Jahre alt sind, müssen die Eltern über den Kontakt informiert werden.
Die Zusammenarbeit mit den Eltern
Viele Eltern erleben den Wechsel ihrer Kinder nach Marburg mit widersprüchlichen Gefühlen. Ein guter Bildungsabschluss, die Selbstständigkeitsentwicklung und rehabilitative Förderung stehen auf der einen Seite - die Trennung vom Elternhaus und der gewohnten Umgebung auf der anderen.
In dieser Situation den Entwicklungsstand eines Kindes oder Jugendlichen richtig einzuschätzen und mögliche Förderinhalte festzulegen, ist eine Aufgabe, an der der Psychologische Dienst im Rahmen der Informationsgespräche und der Probe- und Orientierungswochen mitwirkt. Der Psychologische Dienst setzt sich vor der Aufnahme oder unmittelbar zum Schulbeginn mit den Eltern in Verbindung, um sie in die Bemühungen einzubeziehen, die häufig im ersten Schulhalbjahr fortgesetzt werden müssen. Die Mitarbeit der Eltern ist für die Weiterentwicklung dieser Kinder und Jugendlichen von großer Bedeutung. Deshalb ist es eine große Hilfe, wenn Eltern die Mitarbeiter des psychologischen Dienstes ins Vertrauen ziehen und ihn frühzeitig auf relevante Probleme ihres Kindes aufmerksam machen.
Unsere Angebote für Eltern beinhalten
- Beratung bei psychologischen Fragestellungen und Erziehungsfragen (z.B. Ablösung vom Kind, familiärer Umgang mit der Behinderung)
- Offene Sprechstunde an Elternsprechtagen, telefonische Beratung, Termine an Heimfahrtwochenenden
- Angebote besonderer Fortbildungen (z.B.: Ablösung vom Elternhaus, etc.)
„Psychische Besonderheiten sehbehinderter Jugendlicher“
Sehbehindert zu sein, ist ein Schicksal, das sich niemand ausgesucht hat. Wie junge Menschen damit fertig werden, wie man sie bei diesem Prozess unterstützen kann und welche psychischen Herausforderungen eine Sehbehinderung mit sich bringt, hat der Diplompsychologe des Psychologischen Dienstes an der Deutschen Blindenstudienanstalt, Klaus Röder, in einem umfangreichen Artikel beschrieben.
Artikel „Psychische Besonderheiten sehbehinderter Jugendlicher“ (Word-Dokument, Dateigröße ca. 70 KB)
von Klaus Röder
blista