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Geschichte
Die alte Universitätsstadt Marburg ist Sitz der Deutschen Blindenstudienanstalt e.V., die sich in ihrer 90jährigen Geschichte aus kleinen Anfängen zum Zentrum der höheren Bildung für Blinde und Sehbehinderte in der Bundesrepublik Deutschland und darüber hinaus entwickelt hat.
Vorgeschichte
Bis zur Gründung der blista war Blinden der Zugang zu akademischen Berufen fast völlig verschlossen. Der 1. Weltkrieg stellte mit der hohen Zahl der Kriegsversehrten, darunter zahlreiche Blinde, Staat und Gesellschaft vor neue Herausforderungen.
1915/1916
1915/16 richtete der Direktor der Marburger Universitäts-Augenklinik, Prof. Dr. A. Bielschowsky, Kurse für Kriegsblinde zum Erlernen der Blindentechniken ein und beauftragte cand. phil. Carl Strehl mit deren Durchführung. Als Gründer des Vereins der blinden Akademiker Deutschlands e.V. (VbAD) nahm Strehl Verbindung zu maßgebenden Stellen und Persönlichkeiten des preußischen Staates und der privaten Fürsorge auf.
17. 09. 1916
Gründungsversammlung unter Vorsitz des Direktors der Universitäts-Augenklinik Berlin, mit Geh.Med.Rat Prof. Dr. E. Krückmann Vertreter des VbAD, des Akademischen Hilfsbundes Berlin, des Preußischen Kriegs- und Kultusministeriums, der Ophthalmologie, des Reichsausschusses für Kriegsbeschädigtenfürsorge und des Deutschen Hilfsbundes für kriegsversehrte Offiziere.
01. 10. 1916
Carl Strehl wird Geschäftsführer. Ziel ist die Wiedereingliederung kriegsblinder Akademiker in das Arbeitsleben.
1917
Aufbau des Gymnasiums für junge blinde Menschen, zu dieser Zeit das erste weltweit, der heutigen Carl-Strehl-Schule.
Parallel dazu entstehen eine Werkstatt zur Herstellung von dringend benötigten Hilfsmitteln, eine Blindenschriftdruckerei und die Bibliothek.
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1954
Gründung der Deutschen Blindenhörbücherei, sie ist die erste Blindenhörbücherei in der Bundesrepublik.
1970
Die Sehgeschädigten-Sportgemeinschaft Blindenstudienanstalt (SSG blista) wird von Schülern gegründet.
Anfang der 70er Jahre
Die blista führt das systematische Training mit dem weißen Langstock in Deutschland ein.
1973
Gründung des Schulvereins „Freunde und Förderer der Carl-Strehl-Schule e.V.“
1975
Mit dem Aufbau der Rehabilitationseinrichtung für Sehgeschädigte (RES) wird begonnen.
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1978
Einführung des dezentralen Wohnkonzeptes
1983
Einführung der Rehabilitationslehrer für Blinde und Sehbehinderte (RBS)-Lehrer-Ausbildung
1984
Inbetriebnahme der neuen Produktions- und Verlagsgebäude in Wehrda
1985
Einführung der Frühförderstelle
Start des ersten Informatikkaufleute (IK)-Ausbildungskurses
1986
Eingliederung der Deutschen Blinden-Hörbücherei (DBH) in die blista
1990
Ausgliederung der Maschinenproduktion in die heutige blista-Brailletec
1995
Mit Unterstützung der blista wird in Marburg der weltweit erste blindengerechte Planetenlehrpfad eröffnet.
1998
Einführung der Klassen 5 und 6
2001
Gründung der Stiftung Deutsche Blindenstudienanstalt
2002
Einführung der Berufsausbildung „Fremdsprachensekretariat“ und „Informationsverarbeitung - Wirtschaft“
blista