Die pädagogische Arbeit

Aus der Carl-Strehl-Schule

Die Carl-Strehl-Schule ist das einzige Gymnasium für Blinde und Sehbehinderte in Deutschland. Sie bietet darüber hinaus in der Sekundarstufe II verschiedene berufsorientierte Schulformen und seit kurzem zwei vollschulische Berufsausbildungen an. Im Sommer 2004 konnten wir erstmals die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen der zweijährigen Ausbildung im Bereich „Fremdsprachensekretariat“ und „Wirtschaft/Informatik“ verabschieden. Weniger bekannt ist über die Grenzen Hessens hinaus das „Überregionale Beratungs- und Förderzentrum in Mittelhessen“, das ebenfalls seit langem Teil der CSS ist. Deshalb soll in diesem Bericht dieser Bereich im Mittelpunkt der Betrachtung stehen.

Bereits seit 1986 werden blinde und sehbehinderte Schülerinnen und Schüler an Regelschulen durch Lehrkräfte der Carl-Strehl-Schule (CSS) ambulant unterstützt.

Von anfänglich 10 Schülern ist die Zahl im Verlaufe der 17 Jahre auf inzwischen 70 Schüler angestiegen. Im Jahre 1995 wurde die blista, neben den vier anderen Sonderschulen für Blinde und Sehbehinderte, „Überregionales Beratungs- und Förderzentrum für blinde und sehbehinderte Schüler an Regelschulen in Hessen“ (BFZ).

Für diese Arbeit stehen der blista bzw. dem Team „Ambulante Förderung“ (TAF) zwei Lehrerstellen mit insgesamt 50 Wochenstunden zur Verfügung, die unterschiedlich auf 8 Kollegen verteilt sind. Die 70 betreuten Schüler besuchen Schulen aller Schulformen im Umkreis von ca. 60 km von Marburg, also z. B. in Bad Wildungen, Dillenburg, Gießen oder Frankenberg. Die meisten von ihnen sind Grundschüler. In den letzten 10 Jahren wechselten ca. 20 von der Grundschule am Heimatort an die CSS.

Die Beratung ist eine sehr vielfältige Tätigkeit und umfasst u. a. folgende Aufgaben:

  • Information der Eltern und Lehrer über die Sehschädigung des Schülers und deren Auswirkungen auf das Lernen und die Beratung von Eltern, Lehrern und Schülern
  • Adaptation und Erstellen von Arbeitsmitteln (z.B. Großdruck, Karten u. a.) und die Versorgung des Schülers mit Hilfsmitteln und Einweisung in deren Gebrauch
  • Begleitende und ergänzende Förderung in bestimmten Förderbereichen, wie z. B. Wahrnehmungsförderung, Arbeitstechniken, Begriffsbildung.
  • Organisation von weiteren Diensten, z. B. Schulung in Orientierung & Mobilität, Low Vision Beratung, Lebenspraktischen Fähigkeiten
  • Zusammenarbeit mit Schulämtern, Augenärzten etc.
  • Schullaufbahnberatung
  • Fortbildung von Regelschullehrern
  • Organisation von Schülerwochenenden oder Elterntreffen.

Bei dieser umfassenden Arbeit ist die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen der blista, insbesondere der RES, selbstverständlich und unerlässlich. Die größte Anzahl der Schüler wird über die Frühförderstelle oder die Orthoptisten im RES an unser Team gemeldet. Die Ausstattung der Schüler mit optischen und elektronischen Hilfsmitteln wird in enger Kooperation zwischen Lehrern der CSS und Mitarbeitern der RES- erarbeitet.

Die in Hessen tätigen Ambulanzlehrer haben sich seit 1988 zu der Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, die zurzeit von der Lehrerin der CSS, Heidi Theiß-Klee, geleitet wird. Schwerpunkte der Arbeit in den vergangen beiden Jahren waren unter anderem die Entwicklung eines Beratungskonzepts, Fortbildungen zum Thema Lernprogramme für sehbehinderte Schüler, Schülerwochenenden und die Durchführung einer Kooperationsveranstaltung des Hessischen Landesinstituts für Pädagogik (HeLP) und des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (THILLM) mit dem Thema „Ambulante Beratung sehbehinderter Schüler an Regelschulen“ in Kassel.

Einige weitere Stichworte zur Arbeit der Carl-Strehl-Schule finden Sie auf den nächsten Seiten.

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