Aus der Braille-Druckerei
„20 Jahre Wehrda … müssen gefeiert werden!“, dachten sich einige Kolleginnen und Kollegen und organisierten im September 2003 ein kleines idyllisches Fest im Innenhof der Druckerei. Erinnert wurde damit an den Umzug 1983 vom Gelände „Am Schlag“ in das neue Produktionsgebäude in Wehrda. Neben den „aktiven“ Mitarbeitern waren zu dieser kleinen Feier auch die „Ruheständler“ eingeladen. Sie zeigten sich erfreut, nach teilweise fast 20 Jahren wieder einmal an alter Wirkungsstätte zu sein. Anekdoten wurden ausgetauscht und nebenbei über die neuesten Produktionsmethoden informiert.
Aus der Produktion
Im Sommer 2003 wurde das neue Buch von Norbert Fischer „Die Hieroglyphen“ fertig gestellt. Es enthält taktile Abbildungen des Hieroglyphen-Alphabetes und einiger Silbenzeichen, eine Auswahl von Königskartuschen sowie Texte zur Bedeutung und Geschichte der Hieroglyphen in Blindenkurz- und Schwarzschrift.
Die Visitenkartenherstellung wurde durch die Verwendung eines stärkeren, prägefähigen Kartons erheblich verbessert und erfreut sich großer Nachfrage. Neben den Visitenkarten, die wir zum Teil mit Schwarz- und Blindenschrift fertigten, produzierten wir wieder Alphabete mit Schwarzschrift, Hilfspunkten und Braille.
Analog zu den Kürzeln für Blindenschriftbücher wurden Schriftartkürzel für die verschiedenen Versionen der Stenoschrift festgelegt.
In unserer Reihe „Marburger Systematiken der Blindenschrift“ wurde als Teil 22 das Heft „Schwarzschrift-Nachschlagewerk der Braille - Voll- und -Kurzschrift“ gedruckt. Dieses Nachschlagewerk richtet sich an Sehende mit Vorkenntnissen der Brailleschrift und soll ermöglichen, ein unbekanntes Punktschriftzeichen der Schwarzschrift zuzuordnen.
Die „Systematische Anleitung zur Übertragung literarischer, besonders auch wissenschaftlicher Texte in Punktschrift“ wurde in Schwarzschrift fertig gestellt.
In der Reihe „Marburger Systematiken der Blindenschrift“ erschien der Teil 15 mit dem Titel „Schachschrift für Blinde“ als Braille-, Normalschrift-Version.
Mit der Blindenschriftausgabe des Buches „Microsoft Outlook 2002“ von Sascha Christmann, das im b+r-Verlag, Hamburg, erschienen ist, konnte ein weiteres Computerlehrbuch barrierefrei zugänglich gemacht werden.
Harry Potter und der Orden des Phönix erschien für Sehende mit 1.020 Seiten und einem Gewicht von rund 1.000 g. Die Blindenschriftfassung umfasst 7 Spezialordner mit insgesamt 1.406 bedruckten Punktschriftseiten. Das Gewicht der Blindenschriftausgabe beträgt ca. 13.300 g.
Ausgewählte statistische Zahlen aus der Braille-Druckerei für den Jahresbericht 2003/2004:
| 2002 | 2003 | 2004 | |
|---|---|---|---|
| >Anzahl der Titel, oftmals mehrbändig | 84 | 85 | 79 |
| Die Titelmenge entspricht einer Anzahl von neuen Bänden | 136 | 143 | 133 |
| Die Titelmenge ergab geschriebene Punktschriftseiten | 18.972 | 19.638 | 18.992 |
| 2002 | 2003 | 2004 | |
|---|---|---|---|
| Anzahl der geschriebenen Punktschriftseiten | 6.860 | 7.020 | 6.448 |
| Anzahl der vervielfältigten Zeitschriftenexemplare | 12.818 | 12.746 | 11.778 |
| 2002 | 2003 | 2004 | |
|---|---|---|---|
| Vervielfältigte Gesamtseiten | 3.098.304 | 2.760.508 | 2.554.040 |
Für die Stadt Bonn wurden eine Bronzeplatte mit tastbarer Schwarz- und Blindenschrift sowie Pflanzenschilder hergestellt, die im Rahmen des Jubiläums des Bonner Blindengartens der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.
Wahlschablonen für die Europawahl 2004 wurden für die Länder Berlin und Hessen hergestellt. In Kooperation mit dem DVBS wurde ein „Sorglospaket“ für Wahlen entwickelt, das unter anderem Wahlschablonen und Informationen auf Kassette beinhaltet.
Für das Land „Mittelerde“ aus Herr der Ringe wurde eine von Martina Gerber und Astrid Eiermann erstellte taktile Landkarte mit einer Broschüre in Punkt- und Schwarzschrift herausgeben. Die Karte enthält die wichtigsten Stationen aus den Buch-Klassikern von J.R.R. Tolkien „Herr der Ringe“ und der „Kleine Hobbit“. Neben der Kartenlegende enthält die DIN A 4-Broschüre weitere Beschreibungen der wichtigen Orte in Mittelerde. Die Abbildung hat die Größe von ca. 35 x 30 cm.
Neben der Teilnahme an verschiedenen Ausstellungen, zum Beispiel bei der Buchmesse in Frankfurt und der jährlichen EDV-Ausstellung der blista, konnten wir im Rahmen der neuen Gesetzgebung für Pharmaprodukte wichtige Aufklärungsarbeit zum Qualitätsstandard der Beschriftung von Verpackungen mit Blindenschrift leisten.
Bei der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Blindenschriftdruckereien und -Bibliotheken wurde u. a. der Vorstand neu gewählt. Er setzt sich jetzt aus dem Vorsitzenden Dr. Thomas Kahlisch, DZB Leipzig, der Stellvertreterin Simone Mühlemann, SBS Zürich, und Manfred Fuchs, blista Marburg, zusammen.
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