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Die Deutsche Blinden-Bibliothek

Zum Selbstverständnis

Die mediale Versorgung von blinden und sehbehinderten Menschen ist eine zentrale, in der Vereinssatzung festgeschriebene und von der öffentlichen Hand geförderte Aufgabe der blista. Nutzer dieser Angebote sind blinde und sehbehinderte Menschen im gesamten deutschsprachigen Raum und vor allem auch die Schülerinnen und Schüler der blista selber. Dies geschieht in enger Kooperation mit den der Thematik verbundenen Organisationen und den Verbänden der Selbsthilfe.
Menschen mit einschlägigen sensorischen Handicaps treten an die blista heran mit dem Wunsch nach Information, Bildung und Unterhaltung und nach spezifischen Hilfsmitteln. Dieser Anforderung mit Erreichbarkeit, Kompetenz und Schnelligkeit zu entsprechen und die Angebote auf dem technisch und inhaltlich neuesten Stand zu halten, ist Aufgabe der Medienbereiche der blista. Dabei hat der barrierefreie Zugang für blinde und sehbehinderte Menschen oberste Priorität.
Die Deutsche Blinden-Bibliothek (DBB) mit ihren Abteilungen: Hörbücherei (DBH), Punktschriftbibliothek (EKB) und Dokumentationszentrum (DOK) nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein. Entsprechend der von einer Projektgruppe in 2003 entworfenen Entwicklungslinien für den gesamten Bereich Medien versteht sich die DBB als wichtiges Bindeglied der blista zu den Nutzern des gesamten medialen Angebotes, in enger Kooperation mit dem Medienzentrum der Schule, der Schülerbibliothek und der Braille-Druckerei mit Verlag.
Die vorrangige Aufgabe des Bibliotheksbereiches ist es, die Voraussetzungen für den Paradigmenwechsel von der „besitzenden“ Bibliothek zur „informierenden Bibliothek“ bzw. zur Dienstleistung „Service“ zu schaffen. Die Aufgabe der kommenden Jahre wird es sein, die vorhandenen Datensammlungen der einzelnen bibliothekarischen Sparten in einem Informationssystem unter einer blista-weit verfügbaren Oberfläche zu integrieren und über das Internet auch den Lesern und Hörern zur Verfügung zu stellen.
Die Integration des Braillemagazins der Schule in die Schülerbibliothek und die Emil-Krückmann-Bücherei sowie die Konzentration von Aufgaben in die Schülerbibliothek als Anlaufstelle waren erste Schritte in diese Richtung.

Entwicklungstendenzen

Nach erfolgreichem Abschluss der Gebäudesanierung und der Umstellung auf digitale Tonträger in 2004 wurde Anfang 2005 mit der Serienproduktion von Daisybüchern begonnen.
Zum Jahresende hatten unsere rund 6.000 Hörer bereits 2.200 Titel im Daisyformat zur Verfügung, zu einem Viertel Eigenproduktionen und zu drei Vierteln Fremdübernahmen. Auf das erste „Daisy-Jahr“ bezogen, in dem der Bestand allmählich aufgebaut wurde, fällt darauf bereits eine Ausleihquote von 10 %. Dabei stehen diese Titel nicht mehr wie gewohnt in endlosen Regalen, wo sie darauf warten, ausgeliehen zu werden, sondern befinden sich in einem großen elektronischen Speicher, von dem sie erst auf Anfrage („on demand“) gezogen und auf CD gebrannt werden. Daher entfällt für die Hörer die Wartezeit, die insbesondere bei attraktiven oder sehr aktuellen Titeln doch recht lästig werden konnte.

Parallel zu unserer Buchproduktion erfolgen regelmäßig die Übernahmen von Titeln aus den Beständen anderer Hörbüchereien und die nachträgliche Digitalisierung unserer eigenen älteren Titel, die bisher nur als Kassetten zur Verfügung standen.

Ab Jahresmitte 2005 wurden auch die Zeitschriften digital produziert. Der Spiegel etwa hatte Anfang 2005 ca. 240 Abonnenten; zum Jahresende, durch hohen Anteil der Daisy-Hörer, hatte er die Grenze von 300 Abonnenten bereits überschritten, wovon mehr als zwei Drittel als Daisyversion das Haus verlassen.
Der Hörbuchbestand wuchs auch in 2005 um etwa 150 Titel aus eigener Produktion, die in diesem Jahr noch komplett doppelt, nämlich als Kassette und CD, hergestellt wurden sowie um rund 1.600 Übernahmen aus anderen Hörbüchereien, die seit 2005 ausschließlich im Daisyformat vorliegen. In der Doppelproduktion liegt ein deutlich erhöhter Aufwand gegenüber der früheren Produktionsweise; daher haben wir uns entschlossen, ab 2006 nicht mehr alle Titel in beiden Versionen vorzuhalten, sondern eine Auswahl zu treffen.

Der „Kopfhörer“- das Informationsmedium der DBB an ihre Hörer - wurde wie bisher in 3 Ausgaben jährlich produziert und an die Nutzer verschickt, neuerdings jedoch, wie alle Zeitschriften, ebenfalls sowohl als Kassette als auch als Daisytitel. Daneben produzieren wir weiterhin periodisch unser Sportmagazin „Einwurf„, das Magazin „Menschen“ der Aktion Mensch, das „Echo“ (Zeitschrift der Kriegsblinden), den „DIALOG“ (Mitarbeiterzeitung der Bundesagentur für Arbeit), „Die Brücke“ (DVBS), die „Blista News“ und die Zeitschrift „Der Kriegsblinde“.

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