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Die Rehabilitationseinrichtung RES

Seit dem Anfang der Deutschen Blindenstudienanstalt als Reha-Einrichtung für Kriegsblinde während des ersten Weltkrieges haben sich die Arbeitsfelder und Aufgaben in diesem Bereich zwar sehr verändert, aber eines ist bis heute gleich geblieben: Im Zentrum steht der blinde oder sehbehinderte Mensch, der mit den vielfältigen Angeboten und Hilfen gefördert und unterstützt wird, damit er ein möglichst eigenständiges Leben führen kann. In diesem Sinne begleitete die RES auch in diesem Jubiläumsjahr die Schülerinnen und Schüler der Carl-Strehl-Schule, die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden der „Blindentechnischen Grundausbildung” (BtG) sowie viele externe Klienten. Daneben galt es in enger Kooperation mit den anderen pädagogischen Abteilungen, eine Vielzahl von Beratungen und Überprüfungen der Schülerinnen und Schüler durchzuführen, die sich für die Aufnahme an der blista interessierten.

Auch die inzwischen fast schon traditionelle Jugendfreizeit für Schülerinnen und Schüler, die nicht in Marburg zur Schule gehen, wurde wieder in den Osterferien durchgeführt. Das gemeinsam mit dem Internat, der Judoabteilung von „Blau-Gelb Marburg” und der „SSG blista Marburg” organisierte „Judocamp” war für viele der sehbehinderten und blinden Jugendlichen sicherlich ein tolles Erlebnis.

Eine besondere Rolle in der Arbeit der RES spielt seit je her die nationale und internationale Vernetzung. Beispielhaft seien hier nur die Teilnahme an der „International Mobility Conferenz” (IMC) in Hongkong genannt, die 2009 von der blista in Marburg ausgerichtet werden wird, die Beteiligung am neu gegründeten bundesweiten „Netzwerk berufliche Teilhabe” und die intensive Mitarbeit im Beirat der „AG-Frühförderung” des Verbandes der Blinden- und Sehbehinderten-Pädagogen und -pädagoginnen (VBS) genannt. Aber auch die Fortbildungsaktivitäten wurden weiter intensiviert. Neben speziellen Kursen, wie zum Beispiel „Orientierung & Mobilität” für den Schweizerischen Zentralverein für das Blindenwesen (SZB), wurden von RES 20 Fortbildungen im Rahmen des Fortbildungsprogramms der blista angeboten, an denen insgesamt 265 Personen teilnahmen.

Ausbildung zur Informatikkauffrau / zum Informatikkaufmann

An der obligatorischen Arbeitserprobung, die u. a. zur Prüfung der fachlichen und persönlichen Eignung der Bewerber dient, nahmen 8 Interessenten teil. Davon konnten wir 6 Personen als neue Auszubildende am 1. September 2006 begrüßen. Die erfolgreiche Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer legten in diesem Jahr 7 Auszubildende ab. Das 16-wöchige Praktikum zum Beginn des dritten Lehrjahres wurde von den Teilnehmern bei Unternehmen in Münster, Frankenberg, Frankfurt, Mannheim und Marburg absolviert. Erstmals wurde mit Auszubildenden zur Förderung der Schlüsselqualifikationen ein Outdoor-Training durchgeführt. Aufgrund der überaus positiven Erfahrungen wird dieses Angebot zukünftig fester Bestandteil der Ausbildung.

Blindentechnische Grundausbildung

Insgesamt nahmen 20 Personen im Alter von 12 bis 42 Jahren an der Blindentechnischen Grundausbildung (BtG) teil. Schwerpunkte dieser meist einjährigen Reha-Maßnahme sind der Unterricht in „Orientierung & Mobilität”, „Lebenspraktischen Fähigkeiten”, Punktschrift und Textverarbeitung. Daneben sind die Bewegungsförderung, psychologische Betreuung, EDV-Beratungen und -Schulung sowie die sozialpädagogische Förderung fester Bestandteil des Konzeptes. Im Bedarfsfall werden weitere individuelle Fördermaßnahmen eingeleitet. So wurde zum Beispiel für 3 Rehabilitanden mit Migrationshintergrund Deutschunterricht erteilt. Im Berichtszeitraum wurde die Maßnahme von 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erfolgreich abgeschlossen.
Davon besuchten im Anschluss 6 Teilnehmer die Carl-Strehl-Schule und 5 Personen nahmen ein Studium auf oder setzten es fort. 2 Absolventen planen, in Kürze eine Ausbildung bzw. ein Studium aufzunehmen.

Unterricht in „Orientierung & Mobilität”, „Lebenspraktischen Fähigkeiten” (LPF), „Low Vision-Beratung” und „Sehhilfenanpassung”

Insgesamt wurden 102 Schülerinnen und Schüler der Carl-Strehl-Schule in „O&M&” oder „LPF” unterrichtet. Zusätzlich wurden 8 weitere Reha-Maßnahmen im hessischen Raum durchgeführt.

Die Kollegen der „Low Vision-Beratung” und „Sehhilfenanpassung” haben im gleichen Zeitraum 99 Schüler und Rehabilitanden untersucht und in fast allen Fällen geeignete Empfehlungen für eine verbesserte Ausstattung mit optischen Hilfsmitteln geben können. Darüber hinaus wurde dieses besondere Angebot wieder von zahlreichen sehbehinderten Menschen, vornehmlich aus Hessen, in Anspruch genommen.

Hilfsmittel und Informationstechnologie

Die Schwerpunkte der Arbeit des Teams liegen darin, Schüler und Rehabilitanden der blista und externe Klienten in den Bereichen Punktschrift und Textverarbeitung sowie in EDV zu beraten und zu schulen. Im Jahr 2006 wurden 54 EDV-Beratungen und -Schulungen für blista-Schüler und 78 für externe Interessenten durchgeführt. Auffallend war die erhöhte Nachfrage zum Thema Daisy-Abspielgeräte.

Psychologischer Dienst und Bewegungsförderung

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Psychologischen Dienstes wurden von insgesamt 65 Schülerinnen und Schülern sowie Rehabilitandinnen und Rehabilitanden einmalig oder langfristig kontaktiert. Neben diesen Einzelberatungen wurden Gruppenangebote in Kommunikation und Autogenem Training durchgeführt und pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in psychologischen Fragestellungen beraten.

Die individuelle Bewegungsförderung wurde von 28 Schülern bzw. Rehabilitanden wahrgenommen. Diese Förderung wird sowohl einzeln als auch in Gruppen durchgeführt. Das Angebotsspektrum umfasst die psychomotorische und die spezifische Wahrnehmungsförderung ebenso wie Rückenschulung und Entspannungsmethoden.

Berufliche Weiterbildung zum Rehabilitationslehrer für Blinde und Sehbehinderte (O&M und LPF)

Am 29. August endete der inzwischen 13. Ausbildungskurs, der am 01. März 2005 begonnen hatte. Die 4 weiblichen und 4 männlichen Teilnehmer haben die Ausbildung mit Erfolg bestanden und arbeiten inzwischen in Blinden- und Sehbehinderteneinrichtungen in Frankfurt, Königs Wusterhausen, Chemnitz, Kettig und Marburg sowie beim „Bayerischen Blinden- und Sehbehinderten Bund” oder sind freiberuflich im Dreiländereck Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg tätig.

Bereits am 13. November startete der Folgekurs, zu dem wir wieder 8 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, 6 Frauen und 2 Männer, willkommen heißen konnten. Das Ende dieses Kurses ist auf den 16. Mai 2008 terminiert.

Frühförderung blinder und sehbehinderter Kinder

Zum Stichtag 31.12.2006 wurden im Rahmen der mobilen Hausfrühförderung 45 Kinder im Alter von unter sieben Jahren betreut. Die Förderung der Kinder und die Beratung der Eltern findet in der Regel in wöchentlichem oder 14-tägigem Rhythmus im Elternhaus statt. Die Kinder stammen aus den Landkreisen Marburg-Biedenkopf (22), Lahn-Dill (7), Waldeck-Frankenberg (4), Schwalm-Eder (2) sowie den Städten Gießen (6) und Wetzlar (4).
32 Kinder sind entsprechend der gesetzlichen Normen als sehbehindert und 9 als blind zu bezeichnen. Zudem wurden 4 Kinder blinder Eltern betreut. Die überwiegende Zahl (29) der betreuten Kinder weist zusätzlich zur Blindheit bzw. Sehbehinderung weitere, zumeist schwerwiegende Behinderungen auf.
Wie die Altersverteilung der 12 im Jahr 2005 neu aufgenommenen Kinder zeigt, konnte bei über der Hälfte der Kinder bereits im ersten oder zweiten Lebensjahr mit der Förderung begonnen werden. Der Anteil an Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund, die zum Teil über die deutsche Staatsbürgerschaft verfügen, beläuft sich auf 22.

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