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- 2007
Das Internat
Das Jahr 2007 war im Internat durch zwei bauliche Veränderungen und durch eine tief greifende konzeptionelle Entwicklung geprägt:
Haus Uferstrasse 10
Anfang des Jahres 2007 wurde der Blindenstudienanstalt das Haus
Uferstrasse 10 in Marburg zum Kauf angeboten.
Schon die ersten Begehungen durch die Internatsleitung machten
deutlich, dass sich das Gebäude unter allen Gesichtspunkten ganz
ausgezeichnet für die Unterbringung von Wohngruppen eignet und
bestens in unser dezentrales Konzept passen würde.
Das Haus verfügt über drei fast identische Etagen, jede Etage bietet
etwa 150 qm Wohnfläche.
Neben Küche und Sanitärräumen stehen in jeder Etage 7 Räume zur
Verfügung. Im Dachgeschoss könnte nach einem Ausbau nochmals eine
Wohnetage mit einer Fläche von etwa 110 qm entstehen.
Eine nach hinten gelegene Gartenfläche bietet ausreichend Platz zum
Sitzen und Spielen.
Der Weg zur Schule ist zu Fuß in ca. 10
Minuten zurückzulegen, unter
O&M-Gesichtspunkten
ist der Standort für unsere Schülerinnen und Schüler bestens
geeignet.
Das Haus stand bereits Anfang des Jahres vollständig leer, so dass
eine Nutzung nach notwendigen Sanierungen und Umbauten zum
Schuljahresbeginn 2007/2008 realistisch erschien.
Als sich im Frühjahr die für das kommende Schuljahr zu erwartende
Schülerzahl insbesondere für die Zugänge zu den Jahrgangsstufen 5 und
7 sehr positiv abzeichnete, waren auch Vorstand und Verwaltungsrat
davon überzeugt, dass das Gebäude erworben werden soll.
Unmittelbar nach Abschluss des notariellen Kaufvertrages Anfang Mai
begannen unter Hinzuziehung des Architekturbüros Bölle die Planungen
für Sanierung und Umbau. Die gesamte Elektroinstallation, die
Heizungs- und Sanitäranlagen, die Fußböden und sämtliche Fenster
mussten erneuert werden. Sowohl bei der Erneuerung der Fenster als
auch in der Innenraumgestaltung waren Vorgaben des Denkmalschutzes
zu berücksichtigen. Alle Installationen wurden so angelegt, dass ein
späterer Ausbau des Dachgeschosses ohne Probleme möglich wäre.
Nach Abschluss der Planungs- und Ausschreibungsphase standen ab Mitte
Juni gerade mal 11 Wochen Bauzeit für die beauftragten Firmen zur
Verfügung, damit die beiden für das Haus vorgesehenen Wohngruppen
Mitte September einziehen konnten. Dank der hervorragenden Bauleitung
durch das Architekturbüro und Dank der beteiligten Firmen ist es
gelungen, diesen engen Zeitplan einzuhalten.
So entstand in kurzer Zeit nicht nur ein kleines Schmuckstück des
Internates, sondern insbesondere ein Ort zum Wohlfühlen und zum
sozialen und rehabilitativen Lernen.
Irgendwann in den kommenden Jahren soll das Dachgeschoss ausgebaut
werden, und in diesem Zusammenhang wird dann auch die Außenfassade
erneuert. Danach wird das Haus Uferstraße 10 auch von außen den
optischen Eindruck geben, den es von innen schon heute vermittelt.
Sportplatz auf dem Turnhallendach
Was immer wieder angeregt wurde, aber über mehr als 2 Jahrzehnte
technisch nicht machbar oder nicht genehmigungsfähig erschien, wurde
im Laufe des Jahres 2007 doch Realität: ein Bolz- oder Sportplatz
auf dem Dach der Turnhalle.
Wie kam es dazu? Jahrelang hieß es doch immer wieder, die
Dachkonstruktion ließe dies nicht zu und außerdem seien Einsprüche
der Nachbarschaft zu befürchten.
Nun war vor einigen Jahren im Zusammenhang mit dem Schulergänzungsbau
und den damit einhergehenden Parkplatzverlusten unter anderem auch
über ein Parkdeck auf dem Turnhallendach nachgedacht worden. Und
nachdem diese Überlegungen wieder verworfen wurden, meldeten sich
aufmerksame und engagierte Elternbeiräte zu Wort und meinten völlig
zu Recht, dass eine für ein Parkdeck ausreichende Dachkonstruktion
auch allemal für einen Bolzplatz geeignet sein müsste.
Neuerliche Prüfungen unter Hinzuziehung des Ingenieurbüros Groß aus
Wetter ergaben, dass ein Umbau der gesamten Dachfläche zu einem
Außensportplatz mit vertretbarem Aufwand und überschaubaren Kosten
möglich ist. Nachdem auch eine Bauvoranfrage positiv beschieden war,
gab der Vorstand im Frühjahr 2007 grünes Licht für den Umbau.
Im Oktober 2007 war der Umbau abgeschlossen und so verfügt die
blista nun über einen umzäunten Außensportplatz, der im
Freizeitbereich und von der Schule für sämtliche Ballsportarten
genutzt werden kann und der darüber hinaus sogar mit einer
Weitsprunganlage ausgestattet ist.
Altersheterogene Wohngruppen
Seit Beginn des Schuljahres 2003/04 wurde in den beiden Wohngruppen
Liebigstraße 22 und Poitierstraße 5 eine altersgemischte Belegung
erprobt.
„Altersgemischt“ bedeutet, dass in diesen beiden
Wohngruppen Kinder und Jugendliche ab der Jahrgangsstufe 7 bis zum
Wechsel in eine Selbstständigen-Wohngruppe zusammenleben und die
Wohngruppe im Idealfall die gesamte Altersspanne zwischen 12 Jahren
und 18/19 Jahren repräsentiert.
Die Internatsleitung erwartete von der Erprobung dieses Konzeptes,
dass gravierende Nachteile der so genannten
„Langzeitgruppenkonzeption“ (zum Beispiel häufiger
Personalwechsel) nicht mehr auftreten und darüber hinaus die einer
familiären Normalität entsprechende Altersmischung positive
pädagogische Auswirkungen hat.
Um ausreichende und aussagekräftige Erfahrungen zu sammeln, war
die Erprobung von Anfang an auf einen Zeitraum von 5 Jahren angelegt
und war verbunden mit einer regelmäßigen und gezielten Auswertung der
gesammelten Erfahrungen.
Die fast durchweg positiven Erkenntnisse, welche sich schon in den
ersten Erprobungsjahren zeigten, erhärteten sich im abschließenden
5. Jahr. Es zeigte sich, dass die personelle Kontinuität sehr
positive Auswirkungen hat, dass das Zusammenleben von Jüngeren und
Älteren für alle Beteiligten sehr positive soziale Lerneffekte ergibt
und dass die Verweildauer jedes Einzelnen in einer solchen Gruppe
ganz nach individuellen Entwicklungsfortschritten gestaltet werden
kann.
Eine während der gesamten Erprobung durchgeführte Bewohnerbefragung
in den Erprobungsgruppen sowie in altershomogenen Vergleichsgruppen
ergab ein deutlich positives Echo für die altersgemischte Konzeption.
Nach diesen Erkenntnissen aus der Erprobung wird die Internatsleitung
ab dem Jahr 2008 schrittweise die bisherige Langzeitgruppenkonzeption
durch altersheterogene Wohngruppen für Kinder und Jugendliche ab
Klasse 7 bis zum Wechsel in Selbstständigen-Wohngruppen ersetzen.
blista