Glossar

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Allgemeine Informationen

... rund um die Themen Blindheit und Sehbehinderung finden Sie insbesondere auch bei unserem kooperierenden Dachverband, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) unter www.dbsv.org

Aktionsbündnis Teilhabeforschung

34 Organisationen und 58 Einzelmitglieder haben am 12. Juni 2015 in Berlin das Aktionsbündnis Teilhabeforschung gegründet. Ziel des bundesweiten Aktionsbündnisses ist, die Forschungsaktivitäten zu den Lebenslagen von Menschen mit Behinderungen zu stärken.

Aktionsplan

... nennt man heute insbesondere die Strategie- und Maßnahmepläne zur Realisierung der UN-Behindertenrechtskonvention.
Die blista gehört zu den Partnern für die Umsetzung der Aktionspläne des Bundeslandes Hessen, der SAP AG und der Universitätsstadt Marburg.

Audiodeskription

Unter Audiodeskription versteht man einen - vor allem von und Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung entwickelten Service - bei dem das, was in einem Schauspiel oder einem Film zu sehen ist, von einem Sprecher oder einer Sprecherin beschrieben wird: Informationen zur Handlung, zum Aussehen der Akteure, zu deren Mimik und Körpersprache sowie über Kleidung, Kostüme, Szenen und Schauplätze. Kurz und sachlich informiert die Audiodeskription, kurz AD, so in den Pausen zwischen Dialogen. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) verleiht seit 2002 den Deutschen Hörfilmpreis und zeichnet damit herausragende Audiodeskriptionen aus.

AZAV

Die "Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung", kurz: AZAV, beschreibt die Voraussetzungen und das Verfahren zur Akkreditierung von fachkundigen Stellen und zur Zulassung von Trägern und Maßnahmen der Arbeitsförderung nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch.


Bielschowsky

Die Folgen des Ersten Weltkrieges waren es, die zwei geniale und höchst engagierte Persönlichkeiten zusammenführte: Alfred Bielschowsky und Carl Strehl. Alfred Bielschowsky (1871 Namslau – 1940 New York) Sohn jüdischer Kaufleute und herausragender Schielforscher, war 1912 als Direktor der Augenklinik nach Marburg gekommen. Dort wurde er mit dem Leid der Soldaten konfrontiert, die während des Ersten Weltkrieges durch Granatsplitter, Explosionen und Giftgas erblindet waren. Um den verzweifelten Menschen wieder eine Lebens- und Berufsperspektive zu eröffnen, richtete er 1915 Kurse für Kriegsblinde ein und gründete 1916 die blista: „Wenn die „Hochschul-Bücherei und Studienanstalt für Blinde“ die Aufgaben erfüllt, die ihre Gründung veranlasst haben, so ist damit ein Werk geschaffen, das zur Zeit einzig in seiner Art und vorbildlich für die ganze Welt sein wird.“ 

Bielschowsky, der zunächst ehrenamtlicher Direktor der blista war und 1923 an die Universität Breslau wechselte, musste während der NS-Zeit emigrieren. An der blista tragen das Gebäude der Rehabilitationseinrichtung (RES) und der Große Konferenzraum seinen Namen.

blick:punkte

Die Ausstellung blick:punkte ist inklusiv, interaktiv und hörbar lebendig. Zugänglich und barrierefrei erzählt sie von der Entwicklung der blista inmitten der Universitätsstadt Marburg. 

BtG

BtG ist die Abkürzung für "Blindentechnische Grundrehabilitation". Dieses Rehabilitationsangebot richtet sich an Personen, die plötzlich erblindet sind oder deren Sehvermögen sich gravierend verschlechtert hat. Im Verlauf einer BtG lernen blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen - trotz des eingetretenen Sehverlustes - ihr Leben wieder so selbstständig wie möglich zu organisieren.

Bundesvereinigung Eltern blinder und sehbehinderter Kinder

Die Elternvereinigung wurde 1995 als Selbsthilfegruppe von einigen betroffenen Familien gegründet. Seit mittlerweile 20 Jahren setzt sie sich für die Belange blinder/sehbehinderter Kinder und ihrer Eltern und Geschwister ein. Im Mittelpunkt steht dabei zunächst die Unterstützung von Familien, die neu mit der Situation einer Erkrankung oder Behinderung ihres Kindes konfrontiert werden, und der Austausch und Kontakt der Familien untereinander. Eine Kooperationsvereinbarung zwischen BEBSK e.V. und blista beinhaltet Aufbau und Betrieb einer zentralen ­Mediathek für Eltern und ihre blinden und sehbehinderten Kinder.


DAISY

DAISY steht für Digital Accessible Information System und damit für einen weltweiten Standard für navigierbare, zugängliche Multimedia-Dokumente. DAISY-Bücher sind mit einer Struktur versehen, so dass Sie navigieren können, als ob Sie ein Buch in Händen halten, in dem Sie blättern: Sie können einzelne Kapitel oder Überschriften anwählen, sich den letzten Absatz noch einmal vorlesen lassen und sich per Tastendruck die Länge eines Buches bzw. die abgelaufene und die noch verbleibende Spielzeit der CD ansagen lassen. DAISY-Hörbücher sind zum Gebrauch auf speziellen Abspielgeräten, sog. DAISY-Playern, oder für entsprechende Abspiel-Software am Computer optimiert.


EBU

Die blista ist Mitglied in der Europäischen Blinden-Union. Ihr Präsident Wolfgang Angermann, zählt zu den vielen ehemaligen Blistanern, die in Beruf, Familie und Ehrenamt auf bemerkenswerte Weise ihren Mann oder ihre Frau stehen. 


focus arbeit

Mit der Gründung des Frankfurter Tochterunternehmens "focus arbeit gGmbH" setzt sich die blista mit Unternehmen in ganz Deutschland für chancengleiche Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten im ersten Arbeitsmarkt ein. Dabei geht es um ­Entwicklung und Ausbau inklusiver Angebote.


Hilfsmittel

Breit ist die Palette der Produkte, die dazu beitragen können, die Lebensqualität von Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderung verbessern und eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und der Arbeitswelt ermöglichen. Dabei ist der Fortschritt insbesondere in den Hightec-Bereichen rasant. Die erste große Hilfsmittel-Ausstellung organisierte blista-Direktor Hans-Heinrich Schenk bereits im Jahr 1976 zum 60-jährigen Jubiläum der blista. Auf dem blista-Campus werden alljährlich im Herbst auf der Hilfsmittelausstellung RehaFair, die Neuentwicklungen aller wichtigen Firmen vorgestellt.

horus

Die Fachzeitschrift horus - Marburger Beiträge zur Integration Blinder und Sehbehinderter gibt einen qualifizierten Einblick in die Möglichkeiten der beruflichen und gesellschaftlichen Eingliederung. Der „horus“ erscheint alle drei Monate in Blindenschrift, in Schwarzschrift und als DAISY-CD. Gemeinsame Herausgeber sind blista und DVBS.

HTAG

Die 16 kompetenten Rehabilitations-Experten und Expertinnen in Hessen und Thüringen haben sich in der „Hessisch-Thüringischen Arbeitsgemeinschaft der Einrichtungen zur beruflichen Rehabilitation“ (HTAG) zu einem starken Netzwerk zusammengeschlossen. Seit rund 20 Jahren macht sich die HTAG stark für die Interessen von Menschen mit Behinderung und die Förderung der beruflichen Rehabilitation.


Inklusion

Die blista versteht Inklusion als einen dynamischen, aktiven Entwicklungsprozess. Eine inklusive Zukunft benötigt qualitativ hochwertige pädagogische Bildungs- und Rehabilitationsangebote, die besonders auf drei Faktoren basieren: Praxiserfahrungen, Qualifizierung von Fachkräften und interdisziplinäre Kooperationen in Praxis und Forschung. Als bundesweites Kompetenzzentrum für Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung sehen wir dabei uns als Mitgestalterin gesamtgesellschaftlicher Prozesse aufgerufen. Die Experten der blista bringen ihr Know-how in eine Vielzahl von nationalen und internationalen Arbeitsgemeinschaften und Gremien ein. Gleichzeitig beraten und unterstützen wir Akteure in Stadt und Land bei der Entwicklung von Konzepten und der Umsetzung vorbildlich barrierefreier Lösungen.

Inklusionslandkarte

Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, die ehemalige blista-Schülerin Verena Bentele, hat eine digitale Inklusionslandkarte installiert, denn "es gibt viele unterschiedliche Wege, sich mit Inklusion zu befassen. Es gibt viele unterschiedliche Sichtweisen, was Inklusion genau ist. Und es gibt viele Wege, das gemeinsame Ziel zu erreichen. Eine inklusive Gesellschaft ist eine vielfältige und bunte Gesellschaft. Diese Vielfalt wird auf der Inklusionslandkarte dargestellt. Hier erscheinen Institutionen, Organisationen und Projekte, die sich mit dem Thema Inklusion beschäftigen und sich auf den Weg gemacht haben, inklusiv zu werden..." Die blista ist hier mit der bundesweit ersten Betriebsvereinbarung zum „Leistungsentgelt“ vertreten, die die Umsetzung der UN-Behindertenrechtkonvention gezielt fördert.


Jahrestage

  • Seit 2001 wird der Geburtstag von Louis Braille am 4. Januar als „Welt-Braille-Tag“ gefeiert. Anliegen dieses von der Welt-Blinden-Union (WBU) ins Leben gerufenen Aktionstages ist es, auf die zentrale Bedeutung der Brailleschrift für blinde und stark sehbehinderte Menschen hinzuweisen.
  • Um die Bedürfnisse sehbehinderter Menschen zu einem öffentlichen Thema zu machen, hat der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) darüber hinaus im Jahr 1998 den „Sehbehindertentag“ eingeführt. Als bundesweiter Aktionstag findet er jährlich am 6. Juni statt.
  • Beim „Tag des weißen Stockes“ handelt es sich um einen weltweiten Aktionstag der blinden Menschen. Seit dem Jahr 2002 ist der 15. Oktober in Deutschland zugleich der Abschlusstag der Woche des Sehens.

Klar

Der Bau unseres Oberstufengebäudes wurde durch Hilde und Dr. Rudolf Klar ermöglicht. Nach dem Tode ihres Mannes, der in Marburg studierte und lange Jahre als Augenarzt in Koblenz tätig war, verfügte Hilde Klar in ihrem Testament über eine großzügige Zuwendung zugunsten der Arbeit der blista. Das Ehepaar hatte den eigenen Sohn früh verloren und wollte die blinden und sehbehinderten Schülerinnen und Schüler in Marburg unterstützen. Am 23.06.2012 wurde der Neubau im Gedenken an Hilde und Dr. Rudolf Klar der Schulgemeinde in einer Feierstunde übergeben.

Krückmann

Emil Krückmann (1865 Neukloster - 1944 Berlin), der Namensgeber unserer Deutschen Blinden Bibliothek (DBB), zählte zu den Mitbegründern der blista. Als Professor für Augenheilkunde an die Universität Berlin  übernahm er in der Folgezeit über 20 Jahre die Aufgaben als stellvertretender geschäftsführender Vorsitzender der blista ehrenamtlich. Seine Forschungsschwerpunkte lagen auf den Ursachen, der Vererbung und der Verhütung von Blindheit.


LPF

LPF ist die Abkürzung für "Lebenspraktische Fähigkeiten", siehe Angebote in dem Bereich Rehabilitation.


Medibus

Die blista ist Mitglied in der "Mediengemeinschaft für blinde und sehbehinderte Menschen e.V.", die Produzenten und Bibliotheken, die blindengerechte Medien herstellen und verleihen, sowie die landesweit tätigen Verbände der Blindenselbsthilfe vereint. Alle Mitglieder des Vereins MEDIBUS sind gemeinnützig oder erfüllen Bildungsaufgaben.


NatKo

Die NatKo (ehemals "Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle e.V.", heute "Tourismus für Alle Deutschland e.V.") wurde 1999 von sieben Bundesbehindertenverbänden gegründet, um die deutschlandweiten Aktivitäten der Selbsthilfeorganisationen im Bereich "Tourismus für Alle" zu bündeln und zu koordinieren. Ziel ist es, mit gemeinsamer Stimme zu sprechen und damit möglichst viele Betroffene vertreten zu können. Seit 2015 ist die blista, auch mit Blick auf die vielfältigen Berufsfelder für Menschen mit Beeinträchtigungen im barrierefreien Tourismus, Mitglied der NatKo.

NBT

Die Internetseite unseres "Netzwerks berufliche Teilhabe blinder und sehbehinderter Menschen" informiert über die Möglichkeiten der Beschäftigung von blinden und sehbehinderten Menschen.


O&M

O&M ist die Abkürzung für "Orientierung und Mobilität", siehe Angebote in dem Bereich Rehabilitation.


Rehabilitation

Rehabilitation, kurz: Reha, umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Angebote, die Menschen mit Einschränkungen eine selbstständige und selbstbestimmte, chancengleiche Teilhabe in unserer Gesellschaft ermöglichen bzw. eröffnen.  Als eines der größten und vielfältigsten Reha-Zentren in Europa bietet die Rehabilitationseinrichtung der blista (RES) mit rund 60 teilweise selbst betroffenen Fachleuten Beratung, Schulung und Weiterbildung für Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung an.

RehaFair - EDV-Ausstellung im November

Die RehaFair richtet sich an Jung und Alt. Namhafte Firmen stellen alljährlich ihre Neuentwicklungen auf dem blistaCampus vor. Besucher der etablierten Hilfsmittelausstellung können hier die neuesten Trends und Produkte kennen lernen, die Arbeit und Alltag erleichtern, sei es beim Lesen, Einkaufen oder rund um die Orientierung.


Seeber

Im Jahr 2006 gründeten die Eheleute Ilse und Lothar Seeber eine Stiftung, um die Arbeit der blista langfristig fördern und sichern zu helfen. Die "Lothar und Ilse Seeber-Blindenstiftung" soll insbesondere die Bereiche „Orientierung & Mobilität“, „Lebenspraktische Fähigkeiten“, die Frühförderung blinder und sehbehinderter Kleinkinder und die Versorgung mit Literatur in Blindenschrift und auf Tonträgern unterstützen.

Sehbehinderungen

... sind vielfältig! Einen ersten Eindruck darüber können sich sehende Menschen durch sog. "Sehbehinderungs-Simulatoren" verschaffen, die beispielsweise die "Woche des Sehens" online anbietet. 

SightCity

Die SightCity ist die größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel in Deutschland. Sie finden uns hier in guter Tradition auf dem Gemeinschaftsstand D17, den wir seit vielen Jahren zusammen mit dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS) gestalten.

Strehl

Carl Strehl (1886 Berlin – 1971 Marburg), der Namensgeber unserer Schule, kam 1913 kam als Student der Philologie und Volkswirtschaft nach Marburg. Mit 21 Jahren bei einem Arbeitsunfall in New York erblindet hatte er eine Lehre zum Korbflechter vorzeitig beendet und nach Sprachstudien in England und der Schweiz in Hamburg sein Abitur erworben. Die Folgen des Ersten Weltkrieges waren es, die die zwei genialen und höchst engagierte Persönlichkeiten zusammenführten: Alfred Bielschowsky und Carl Strehl. Im März 1916 gründen Bielschowsky, Strehl und weitere Honoratioren den "Verein blinder Akademiker Deutschlands" (VbAD) – heute Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS), dessen Ziel die Einrichtung einer Studienanstalt und Bücherei für Blinde war. Sie sollte - so die damalige Begründung - "in einer kleinen, gesunden, günstig gelegenen und nicht zu teuren Stadt" angesiedelt werden: in Marburg. Im selben Jahr wurde mit der "Hochschulbücherei, Studienanstalt und Beratungsstelle für blinde Akademiker e.V." (heute: blista), unter Vorsitz von Prof. Dr. Alfred Bielschowsky in Deutschland erstmals gymnasiale Bildung für blinde Menschen möglich. Carl Strehl war von 1927 bis 1965 Direktor der blista.


VBS

Der  „Verband für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik e.V.“ ist ein Fachverband, dessen Anliegen die adäquate pädagogische Förderung blinder und sehbehinderter Menschen ist.