Rezepttipps mit Frühlingskräutern

Mit frischen Frühlingskräutern lassen sich viele Gerichte ordentlich aufpeppen. Während sich der Winter dem Ende neigt sprießen schon mancherorts die ersten aromatischen Kräuter aus dem Boden.

Bärlauch

So könnt ihr zum Beispiel bei einem Spaziergang durch den Wald den Bärlauch (Waldknoblauch) an seinem intensiven Duft erkennen. Man kann ihn aber auch im eigenen Garten anpflanzen. Unsere Gärtner haben in unser Kräuterbeet an der blista auch welchen gepflanzt. Schaut gerne einmal nach ob ihr ihn findet.

Bärlauch gehört zur Gattung der Lauch- und Zwiebelgewächse und ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Man sagt dem Bärlauch blutreinigende, harntreibende und entzündungshemmende Wirkung zu. Geerntet werden die schmalen, länglichen Blätter bevor etwa Mitte April die weißen Blüten zu Vorschein kommen, dann sind die Blätter am aromatischsten. Allerdings darf man den Bärlauch nicht mit den giftigen Maiglöckchen verwechseln.

Rezept: Spaghetti mit Bärlauchpesto

Zutaten für 4 Personen:

  • 100 g Pinenkerne
  • 80 g junge Bärlauchblätter (ca. 3 Hand voll)
  • ca. 150 ml Olivenöl (evtl. reicht auch etwas weniger)
  • Salz und Pfeffer
  • 400 g Spaghetti
  • 100 g frisch geriebener Parmesan

Zubereitung:

  1. Die Pinienkerne ohne Fett in einer Pfanne goldgelb anrösten, so bekommen sie ein feines Aroma. Danach im Mixer grob zerkleinern.
  2. Den Bärlauch waschen, trockentupfen und die Blätter grob zerkleinern.
  3. Den Bärlauch, Salz und Pfeffer zu den Pinienkernen in den Mixer geben. Das Olivenöl nach und nach dazugeben und so lange mixen, bis das Pesto eine schöne cremige Konsistenz hat.
  4. Die Spaghetti in reichlich Salzwasser kochen, abgießen und mit dem Pesto vermischen. Mit Parmesan bestreut servieren. Dazu passt ein frischer Salat.

Die Reise der Soße

Weitere Frühlingskräuter sind: Borretsch, Kresse, Kerbel, Schnittlauch, Sauerampfer, Pimpinelle und Petersilie. Und damit sind auch schon die Hauptzutaten für ein „hessisches Nationalgericht“ genannt. Nämlich die Frankfurter Grüne Soße, man nennt sie auch Grie Soß. Die Saison der Grünen Soße beginnt traditionell am Gründonnerstag.

Grüne Soße ist schon seit über 2000 Jahren bekannt. Damals brachten die Römer dieses Rezept aus dem Orient mit. Fraglich ist jedoch, wie die Soße ihren Weg nach Deutschland und speziell Frankfurt am Main fand. Eine Quelle behauptet, dass eine italienische Familie das Rezept um 1733 nach Frankfurt brachte und sie von dort aus ihren Siegeszug durch Deutschland antrat. Jedoch wird die ursprüngliche Salsa Verde mit Olivenöl zubereitet, was bei der Frankfurter Version nicht der Fall ist. Wahrscheinlicher ist, dass das Rezept durch die Hugenotten aus Frankreich ins heutige Hessen gekommen ist. Sie ließen sich Ende des 17. Jahrhunderts in der Region nieder.

In Frankfurt ist eine andere Geschichte sehr populär. Die Legende besagt, dass Frau Aja, Goethes Mutter, die Grüne Soße erfunden hat. Angeblich soll sie Goethe so gemundet haben, dass er die Soße zu seinem Leibgericht erkoren hat. Die meisten Goethe-Kenner und Expert*innen sehen das jedoch skeptisch, denn der Dichterfürst hat nie etwas über diese Soße erwähnt.

Rezept: Frankfurter Grüne Soße

Zutaten für 2 Personen:

  • 2 Eier, hartgekocht (für mehr als 2 Personen nimmst du 1 Ei weniger als Ihr Leute seid.)
  • Je ein Bund glatte Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Pimpinelle (die ist super wichtig!), einige Blätter Sauerampfer und Borretsch, etwas Kresse (Achtung, nicht zu viel, damit die "Grie Soß" nicht zu scharf wird). Oder du kaufst ein Paket Grüne Soße Kräuter, da sind dann schon die 7 Kräuter alle drin
  • 125 g Joghurt (Kauf lieber etwas mehr, damit du je nach Konsistenz noch etwas dazugeben kannst!)
  • 125 g Saure Sahne oder Schmand
  • 2 – 3 EL Essig
  • 2 EL neutrales Öl (z. B. Raps- oder Sonnenblumenöl)
  • 1 EL mittelscharfer Senf
  • Salz und Pfeffer
  • 1 kleine Prise Zucker

Zubereitung:

Kräuter waschen, abtropfen lassen oder in der Salatschleuder trocken schleudern. Anschließend grob hacken und mit dem Pürierstab mixen. Man kann sie auch durch den Fleischwolf drehen oder mit einer anderen Küchenmaschine zerkleinern. Wer möchte, kann sie natürlich auch mit dem Messer hacken, das dauert dann eben ein bisschen länger.

Alle anderen Zutaten zur Kräutermasse dazu geben und vermengen. Ebenfalls die geschälten, feingehackten Eier. Nun mindestens 30 Minuten durchziehen lassen, abschmecken und evtl. nochmal etwas nachwürzen.
Dazu passen Salz- oder Pellkartoffeln, gekochte Eier oder Tafelspitz.