"Die Funktion der inneren Uhr und ihre Bedeutung für Schlafstörungen bei blinden und sehbehinderten Menschen"

03. Mai 2017 16:30 Uhr Vortrag für Fachkräfte der blista

In den letzten 15 Jahren hat die chronobiologische Forschung die Funktionsweise unserer Inneren Uhr weitgehend aufklären können. Wir wissen inzwischen recht genau, wie der Hauptzeitgeber Licht über das Auge direkt auf die Innere Uhr wirkt und wie die Innere Uhr in Abhängigkeit davon Schlafen, Wachen und eine Vielzahl weitere Vorgänge steuert.

Durch dieses Verständnis der Funktion der Inneren Uhr können viele Schlafstörungen, die durch zivilisationsbedingt „falschem“ Umgang mit Licht (tagsüber zu wenig, in der Dunkelphase zu viel Licht) verursacht sind, besser behandelt werden. Blinde Menschen, denen Lichtwahrnehmung fehlt, können nicht falsch mit Licht umgehen – ihnen fehlt der wichtigste Zeitgeber der Inneren Uhr. Daher leiden mehr als 50 % der Menschen ohne Lichtwahrnehmung an einer massiven Störung der Inneren Uhr (non-24), bei der die Innere Uhr in Rhythmen von mehr als 24 Stunden läuft. Dadurch „wandert“ die biologische Schlafbereitschaftsphase kontinuierlich nach hinten. Daraus resultieren phasenweise auftretende, schwere Störungen des Schlafs und der Wachheit, die ausgeprägte körperliche und psychosoziale Folgen haben können.

Kenntnisse zu dieser Schlafstörung sind für Fachkräfte, die mit blinden oder sehbehinderten Menschen arbeiten, von besonderer Bedeutung. Nur wenn non-24 erkannt wird, können Betroffene auf Hilfsmöglichkeiten hingewiesen werden.

Referent:Werner Cassel, Dipl.-Psych., Schlafmedizinisches Zentrum, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH
Termin: 03. Mai 2017, 16:30 – 18:00 Uhr
Ort: Deutsche Blindenstudienanstalt e.V., Gebäude Am Schlag 2 ( Aula)

Die Einladung richtet sich an die Fachkräfte aus Schule, Internat und RES sowie an weitere Interessierte

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