„Schule in Vielfalt“: blista geht neue Wege

Sehende Schülerinnen und Schüler an der blista

Dr. Imke Troltenier | Insgesamt elf sehende Schülerinnen und Schüler hatten zu Beginn des neuen Schuljahres am Carl-Strehl-Gymnasium ihren ersten Schultag. Zum ersten Mal lernen sehende, sehbehinderte und blinde Schülerinnen und Schüler in gemeinsamen Klassen an der blista von Anfang an zusammen.

„Das ist eine zukunftsweisende, tolle Entwicklung“, freut sich blista-Direktor Claus Duncker. „Die Schülerinnen und Schüler profitieren von einander. Denn die blista bietet allen ein rundum stimmiges Konzept und ein Lernumfeld, das Raum für die individuelle Persönlichkeitsentwicklung eröffnet und dazu viele spannende Wege aufzeigt. Eng arbeiten wir mit der Philipps-Universität Marburg zusammen. Sie begleitet die fortschreitenden Entwicklungen auf dem blista-Campus und legt dabei ein besonderes Augenmerk auf die didaktischen Möglichkeiten des neuen gemeinsamen Lernens.“

Schulleiter Peter Audretsch begrüßte alle Schülerinnen und Schüler: „Hier an der blista könnt Ihr Freunde finden, tolle Erfolge erleben, eine Sportart für euch entdecken, Theater spielen oder euch an einem Instrument erproben. Bei all dem unterstützen wir euch gern. Wir freuen uns auf euch.“

8 Schülerinnen und Schüler sitzen mit der Leiterin der Eingangsstufe auf Treppen

Das Konzept der blista zielt darauf hin, schulische Inklusion über die Öffnung der Förderschule voranzubringen. Die Lerngruppen sind klein und die Einzelnen zählen. Es unterscheidet sich damit deutlich von den inklusionsorientierten Bemühungen in vielen Regelschulen, denn aus langjähriger Erfahrung weiß man hier sehr genau, dass hochqualifizierte und ganzheitliche Förderung für ein Miteinander auf Augenhöhe unverzichtbar sind. „Der Unterricht wird vielfach in Projekten gestaltet mit neuen Lehr- und Lern-Materialien“, erläutert Schulleiter Audretsch. Dazu zählen beispielsweise die ‚Multimedialen Lernpakete für den inklusiven Unterricht‘, die an der blista für die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik entwickelt wurden.

Die langjährigen Erfahrungen in der Kooperation mit Marburger Schulen haben gezeigt, dass in diesem Miteinander Synergien geweckt werden. So steht das Lernen in Gemeinschaft, das Lernen voneinander und das Lernen von Verantwortung füreinander im Mittelpunkt des Schullebens.

Der blista-Campus umfasst neben dem Carl-Strehl-Gymnasium auch Fachober- bzw. Berufsschulen. Seit drei Jahren ergänzt die Montessori-Schule, eine sechsjährige Grundschule, die Campus-Gemeinschaft auf großartige Weise. Im nächsten Jahr kommt ein Montessori-Kinderhaus hinzu.