Weiterbildungen zur Reha-Fachkraft

Rehabilitationsfachkräfte, kurz: Reha-Fachkräfte, für Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit schulen Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den Bereichen Orientierung und Mobilität (O&M) und/oder in Lebenspraktischen Fähigkeiten (LPF). Im Mittelpunkt steht das Ziel einer autonomen und selbstbestimmten Lebensführung.

Zwei Ausbildungsmöglichkeiten

  1. Vollzeitausbildung an der bundesweit einzigen staatlich anerkannten Fachschule für Fachkräfte der Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation. Im Weiterbildungsdurchgang 2020/2021 wird sie erstmals einjährig mit Schwerpunktsetzung angeboten; die Absolventen erlangen so im Verlauf eines Jahres eine Qualifikation für einen der beide Schulungsbereiche, d. h. für O&M oder für LPF. Die für diese Neuerung der Weiterbildung erforderliche Änderungsverordnung des hessischen Kultusministeriums tritt voraussichtlich Mitte 2019 in Kraft.
  2. Berufsbegleitende Qualifizierungskurse für Teilnehmende, die bereits im Tätigkeitsfeld der Arbeit mit und für Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderung beschäftigt sind. Die modular aufgebaute Weiterbildung, die in Zusammenarbeit mit Partnern in Deutschland, Österreich und der Schweiz angeboten wird, führt zu einer Qualifikation für einen der Schulungsbereiche, d. h. für O&M oder LPF oder für Low Vision.

 

Eine Schülerin und ein Rehabilitationslehrer erkunden den Vorplatz der Elisabethkirche in Marburg
© blista

Vielschichtiges Arbeitsfeld

Kinder und Jugendliche, die von Geburt an behindert sind, gehören ebenso zum Klientel wie späterblindete Erwachsene, die sich mit Hilfe der Rehabilitation auf einen neuen Berufsstart vorbereiten. Reha-Fachkräfte vermitteln und entwickeln spezifische Strategien und Kompetenzen, die Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderung eine selbstständige Alltagsorganisation und Lebensführung ohne oder mit eingeschränkter visueller Kontrolle ermöglichen. Die Abklärung und die Schulung des funktionalen Sehvermögens (der verbliebenen Sehleistung) sind obligatorisch.

Der Einsatz des funktionalen Sehvermögens, die Nutzung spezifischer Hilfsmittel (optische und elektronisch) und Beleuchtungen sind integrale Bestandteile von O&M- und LPF-Schulungen. Im Schulungsbereich LPF geht es beispielsweise um Ordnungssysteme im Kleiderschrank, in der Küche oder am Arbeitsplatz, um das Kochen und die selbstständige Haushaltsführung. Im Bereich O&M wird die eigenständige Orientierung und Mobilität mit dem Langstock und weiteren Hilfsmitteln im Verkehrsraum, am Arbeitsplatz, in der Schule oder an der Universität geschult.

Sehr gute Arbeitsmarktchancen

Reha-Fachkräfte sind gesucht. Nach dem erfolgreichen Abschluss eröffnen sich vor allem zwei berufliche Perspektiven

  • die Arbeit an einer Institution des Blinden- und Sehbehindertenwesens oder
  • die freiberufliche Tätigkeit im Rahmen ambulanter Schulungen in LPF oder O&M.

Bereits in den 1970er Jahren hat die blista damit begonnen, professionelle Ausbildungskurse für Reha-Fachkräfte für die Schulungsbereiche O&M und LPF aufzubauen. Über 180 engagierte Menschen aus den Bereichen Pädagogik, Gesundheit, Medizin und Therapie haben die Weiterbildung erfolgreich absolviert.

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