Editorial
Liebe Leser*innen,
Sie erinnern sich? Mein erstes Editorial jeden Jahres entsteht beim (noch freien, weil wenig belaubten) Blick auf das Marburger Landgrafenschloss. Dieses Jahr merke ich daran, dass ich „spät dran“ bin: Der Frühling ist weit vorangeschritten und der stattliche Baum auf dem blistaCampus verdeckt langsam die Sicht auf das Monument aus dem 11. Jahrhundert.
Bald wird es auf dem blistaCampus nicht nur farbenfroh, sondern auch sehr lebendig sein, wenn hoffentlich wieder bei bestem Wetter unser Sommerfest stattfindet. Bitte merken Sie sich den Termin vor: Samstag, 13.06.2026, 10.00 – 15.30 Uhr.
Und nicht genug der Feierlichkeiten: Gemeinsam mit dem DVBS blicken wir auf 110 Jahre blista und DVBS zurück und feiern unser Jubiläum am selben Tag von 11.00 – 12.00 Uhr in der Aula.
Doch ist diese Lebendigkeit, Vielfalt und Teilhabe künftig noch gewollt? Vor kurzem wurde über den Paritätischen Gesamtverband ein internes Arbeitspapier weitergeleitet, das belegt, dass Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände drastische Kürzungen bei Leistungen für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen diskutieren. Das 108-seitige Dokument enthält mehr als 70 Kürzungsvorschläge.
Schon eine teilweise Umsetzung hätte massive Benachteiligungen für Menschen mit Behinderung zur Folge. Auch die blista und die Menschen, die sich uns anvertrauen oder anvertraut werden, wären betroffen – unter anderem steht das Wunsch- und Wahlrecht zur Diskussion. Wir verfolgen die Diskussionen aufmerksam, melden uns zu Wort und suchen das Gespräch. Gleichzeitig bitten wir auch Sie, dem „Kahlschlag im sozialen Bereich“ entschieden entgegenzutreten. Eine starke Position in diesen Zeiten ist wichtig, ebenso Rückhalt und eine tragende Hand – aber genauso die Weiterentwicklung und das Reagieren auf Bedarfe.
So freuen wir uns, dass wir bei der Umgestaltung unseres Außengeländes einen großen Schritt weitergekommen sind und nun mit dem gemeinsam entwickelten „Masterplan“ einen ansprechenden blistaCampus gestalten können. Auch die Planungen für ein Dojo und eine Wohn-Förderstätte für Menschen mit komplexen Beeinträchtigungen und Blindheit bzw. Sehbehinderung konkretisieren sich.
Es geht uns als blista immer darum, bestmögliche Lebenswege zu gestalten, und aufzuzeigen – als Wegweiser oder Leitplanke, wie gewünscht und benötigt.
Das geht nur gemeinsam!
Herzliche, aktive und frühlingshafte Grüße und bis bald beim Sommerfest!
Ihr
Patrick Temmesfeld
(Vorstandsvorsitzender)