Buchtipp Krimi: Zwei Leben - Pamela Papst

Cover des Buches

Die Zweite Generation

Die blinde Anwältin aus Berlin, Pamela Pabst hat nachgelegt. Dieses Justizdrama ist die Fortsetzung ihres 600-Seiten-Wälzers Zwei Leben - Die Strafsache Wilhelm Schweiger (blista-News 2/2025).

Was bisher geschah: Mal sehen, ob ich den Inhalt noch zusammenbekomme. Berlin in den 1980er Jahren. Wilhelm Schweiger, Jahrgang 1936, angesehener Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei, gutaussehend, hat über mehrere Jahre ein Verhältnis zu einer Prostituierten, die er am Ende im Affekt tötet. Zu dieser Zeit verliebt sich eine Richterin in ihn und beginnt mit Schweiger ein Verhältnis, verteidigt ihn in den kommenden Gerichtsverfahren. Schweigers junge Ehefrau mit den beiden Kindern ahnt von den Affären ihres Mannes zunächst nichts. Nach dem Tötungsdelikt eskaliert Schweigers Leben. Nach einem Autounfall bleibt er querschnittsgelähmt, landet nur im Rollstuhl und nicht auch auf der Straße, denn seine Frau wirft ihn nicht raus, auch nicht, nachdem sich für sie das ganze Ausmaß des Doppellebens ihres Mannes eröffnet. Währenddessen läuft die Beziehung zur Richterin weiter. Aber alles löst sich zum Schluss gut auf. Denn auf einer Klassenfahrt, die seine Gattin als Lehrerin begleitet, wird sie auf der Suche nach vermissten Schülern in einem Sturm von einem Baum erschlagen. Voilá, das Haus ist frei für die Richterin, die sich Schweiger und seiner beiden Kinder liebevoll annimmt.

Die Handlung des zweiten Bandes (gnädige 200 Seiten) setzt dreißig Jahre später wieder ein. Schweiger ist mit der Richterin, die jetzt als Anwältin seine ehemalige Kanzlei führt, verheiratet. Beide haben ein gemeinsames Kind im Teenageralter. Schweigers zwei ältere Kinder, beide in den Dreißigern, haben Jura studiert und arbeiten jetzt als Anwältin bzw. Staatsanwalt. Seine Tochter Nina, die ihren Vater liebt und verehrt, ist aufgrund ihrer eigenen Tätigkeit als Anwältin sehr daran interessiert, die alten Verfahrensakten ihres Vaters zu lesen, denn bisher hat sie nur eine vage Ahnung, wer ihr Vater wirklich ist. Der Fall Schweiger diesmal nicht als Gerichtsakt, sondern ganz privat. Wie wird seine Tochter auf den Inhalt der Akten reagieren? Wird sie ihren Vater hassen und verstoßen? Oder wird sie ihn weiter so lieben können wie bisher?

Also, wenn ich mich jetzt nicht völlig irre, entsteht hier gerade eine Yearly Soap, mit Sex und Behinderung im Juristenmilieu, denn für 2026 und 2027 sind zwei weitere Bände rund um die Schweigers angekündigt.

Ich würde sagen: nicht schlecht, kann man lesen. Auch wenn ich mir oft mehr erzählerischen Pepp gewünscht hätte.