„Als wäre es leicht“ mit blista-Alumni David Knors
Beeindruckende Vorpremiere im ausverkauften Capitol
Janina Pohl, Öffentlichkeitsarbeit | Am 26. März war das Capitol mit Menschen gefüllt: Zum Anlass der Vorpremiere des Films „Als wäre es leicht“ statteten die beiden Hauptdarsteller* innen Cindy Klink und David Knors dem Marburger Kino einen Besuch ab. David Knors hat einen besonderen Bezug zu Marburg: Er selbst war früher Schüler der blista und hat bei uns 2010 sein Abitur gemacht. Wir waren mit der blista vor Ort und durften die beiden Darsteller*innen persönlich kennenlernen. An unserem Infostand stellten wir unter anderem die Angebote unserer Taubblindenberatung vor.
Im Mittelpunkt des Films steht eine außergewöhnliche Liebesgeschichte: Kati ist gehörlos und trifft auf Florian, der blind ist. Zusammen finden sie eigene Wege, miteinander zu kommunizieren und einander näherzukommen. Ohne zu romantisieren oder sich in Klischees zu verlieren, erzählt der Film die Geschichte des Paares mal auf humorvolle, mal auf ernste Weise. Statt auf tragische oder heldenhafte Narrative zurückzugreifen, zeichnet der Film zwei Menschen mit ihren ganz persönlichen Ängsten, Konflikten und Wünschen. Gerade weil Kati und Florian nicht idealisiert werden, sondern nahbar, widersprüchlich und manchmal unperfekt handeln, wirken sie als Charaktere besonders authentisch.
Der Film zeigt verschiedene Formen der Kommunikation: Eine Rolle spielt unter anderem das Lormen, eine Sprache, bei der Buchstaben durch Berührungen auf der Handinnenfläche dargestellt werden. Auch die Gebärdensprache oder das Smartphone als Hilfsmittel in der Kommunikation stehen im Vordergrund. So macht „Als wäre es leicht“ deutlich, dass Kommunikation weit mehr ist als das Gesprochene oder Visuelle. Es wird bewusst: Ein Moment kann auf unterschiedliche Weisen wahrgenommen, aber dennoch gemeinsam erlebt werden.
Besonders sympathisch ist die gelungene Besetzung des Films. Die beiden Darsteller* innen sind selbst gehörlos bzw. blind und repräsentieren damit einen Wandel hin zu inklusiveren Filmproduktionen. In der anschließenden Podiumsdiskussion gab es eine rege Beteiligung und die beiden Darsteller*innen konnten ihrem teils sehr jungen Publikum die vielfältigen Fragen ausführlich beantworten. David erklärte, dass er sich wünscht, dass in Film und Fernsehen generell mehr auf eine inklusive Besetzung geachtet wird. Für den Film stand er das erste Mal vor der Kamera und ist über einen Casting- Aufruf auf die Produktion aufmerksam geworden.
Nach Marburg zurückzukehren war für David ein besonderes Erlebnis: Als seine Sehkraft nachgelassen hatte, kam er als Jugendlicher nach Marburg an die blista. Nach einer schwierigen Zeit an seiner alten Schule erlebte er hier, wie es ist, nicht immer als „anders“ wahrgenommen zu werden, sondern „ein ganz normaler Jugendlicher zu sein“. Diese Zeit habe ihm wichtige Mittel mitgegeben, um später „in die Welt zu starten“. Nach seinem Abitur studierte er Psychologie in Münster und Barcelona.
Wie sehr David mit Marburg und der blista noch verbunden ist, zeigte sich dadurch, dass viele Weggefährt*innen aus Schule und Internat ins Kino gekommen waren, um den Hauptdarsteller auf der großen Leinwand bewundern zu können. Das Interesse am Film war riesengroß. Die blista unterstützte den Kinoabend mit einem Gewinnspiel Freikarten verlost.
Auch für Cindy Klink ist der Film ein Meilenstein: Sie hat bereits Schauspielerfahrung gesammelt, tritt aber in „Als wäre es leicht“ in ihrer ersten Kinorolle auf. Ursprünglich ist sie Verwaltungsfachangestellte und arbeitet mittlerweile nicht nur als Schauspielerin, sondern auch als Deaf-Performerin und Content-Creatorin. Obwohl sie in ihrer Vergangenheit vielen Zweifeln ausgesetzt war, hat sie ihre Leidenschaften für Musik und Schauspiel weiterverfolgt. Heute steht sie regelmäßig mit Musikern wie Coldplay auf der Bühne und übersetzt Musik in Gebärdensprache.
Wir haben uns sehr gefreut, bei der Vorpremiere von „Als wäre es leicht“ dabei sein zu dürfen. Es war ein besonderer Abend mit einer Geschichte und Figuren, die auch nach dem Abspann noch lange im Gedächtnis bleiben. Gerade durch seine Mischung aus emotionalen, melancholischen und dennoch auch leichten und humorvollen Momenten zog der Film die Zuschauer* innen besonders in seinen Bann.