Der Natur auf der Spur

Naturführung für Menschen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung

Auf einem von Bäumen und Büschen umsäumten Schotterweg läuft eine Gruppe Wanderer.

Klara Bellinger | Die zwei Naturlotsinnen Silke Frank und Iris Rosebrock bieten bereits seit 2016 Führungen durch die Frankfurter Stadtnatur an. Als wir die zwei Frankfurterinnen bei einer Veranstaltung im Jahr 2024 kennenlernten, war schnell die Idee einer Naturführung für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen geboren.

Die beiden Naturlotsinnen erläutern der Gruppe etwas, im Hintergrund ist eine Gebärdendolmetscherin zu sehen.

Bis zur Umsetzung dauerte es nochmal eineinhalb Jahre: Am Samstag, den 18. April, war es dann endlich soweit – eine kleine Gruppe, angeführt von den zwei Wildnis-Botinnen, wie sie sich selbst nennen, begab sich auf die Spur von Biber und Co. an der Frankfurter Nidda. Die Nidda ist ein etwa 90 km langer Fluss, der sich vom Vogelsberg durch Frankfurt schlängelt, bis sie dann in den Main mündet. An einem Altarm der Nidda, der eher an den Amazonas als an die Frankfurter Peripherie erinnert, erfuhren wir, dass auch der Eisvogel hier heimisch ist. Die Vögel mit dem schillernd blauen Federkleid bauen ihre sogenannten Brutröhren in die naturbelassenen Uferböschungen der Nidda. Neben den Erklärungen zur Frankfurter Stadtnatur gab es natürlich auch einiges zu ertasten und zu riechen. So bekamen wir durch das mitgebrachte dichte Biberfell eine Ahnung davon, wie das Fell den Flussbewohner beim Tauchen schützt. Der Biber bleibt bei seinen Tauchgängen aufgrund der besonderen Beschaffenheit seines Felles trocken und warm.

Eine Hand hält ein helles Stück Holz, das Biberfraßspuren aufweist.

Bis zur Umsetzung dauerte es nochmal eineinhalb Jahre: Am Samstag, den 18. April, war es dann endlich soweit – eine kleine Gruppe, angeführt von den zwei Wildnis-Botinnen, wie sie sich selbst nennen, begab sich auf die Spur von Biber und Co. an der Frankfurter Nidda. Die Nidda ist ein etwa 90 km langer Fluss, der sich vom Vogelsberg durch Frankfurt schlängelt, bis sie dann in den Main mündet. An einem Altarm der Nidda, der eher an den Amazonas als an die Frankfurter Peripherie erinnert, erfuhren wir, dass auch der Eisvogel hier heimisch ist. Die Vögel mit dem schillernd blauen Federkleid bauen ihre sogenannten Brutröhren in die naturbelassenen Uferböschungen der Nidda. Neben den Erklärungen zur Frankfurter Stadtnatur gab es natürlich auch einiges zu ertasten und zu riechen. So bekamen wir durch das mitgebrachte dichte Biberfell eine Ahnung davon, wie das Fell den Flussbewohner beim Tauchen schützt. Der Biber bleibt bei seinen Tauchgängen aufgrund der besonderen Beschaffenheit seines Felles trocken und warm.

Eine Gruppe von Erwachsenen und zwei Kindern steht auf einem Waldweg unter einem großen Baum. Eine Person in der Mitte scheint der Gruppe etwas zu erklären.

Da Biber scheue, nachtaktive Tiere sind, haben sie an der Führung leider nicht teilgenommen. Aber ihre Spuren waren durchaus sichtbar, beispielsweise an angenagten Holzstämmen. Neben Biberfell konnten wir das Holzmodell eines Eisvogels ertasten und bestaunen. Auch der Geruchssinn war herausgefordert. So galt es anhand junger Walnussblätter zu erraten, um welchen Baum es sich handelt. Ein naturversierter Teilnehmer konnte die Frage beantworten und wir lernten, dass der Geruch durch ätherische Öle entsteht, die auf Insekten abstoßend wirken sollen. So erfuhren wir in dieser gut zweistündigen Führung Wissenswertes und Kurioses über die Frankfurter Stadtnatur und kehrten zu unserem Startpunkt zurück.

 

Eine Gruppe Menschen steht vor einer dicken Eiche, manche fassen sich an den Händen, um den Stammumfang der Baumes zu erfühlen.

Die meisten Teilnehmenden kamen mit einer Assistenzperson, die bei der Kommunikation beziehungsweise der Orientierung unterstützte. Die Führung wurde von DGS (Deutsche Gebärdensprache)- Dolmetscher*innen begleitet – das tolle Wetter und ein anschließender Cafébesuch rundeten die Veranstaltung ab.