PBAT? Ein Besuch bei BASF in Ludwigshafen

Auf einem Gitterrostuntergrund und vor einer Trapezblechwand stehen insgesamt 6 Schüler*innen. Sie tragen gelbe Helme und Schutzbrillen. Daneben stehen Frau Schapat und zwei Betreuer von BASF mit derselben Schutzausrüstung.

Tobias Mahnke | Was die Fantastischen Vier mit MFG bereits 1999 feststellten, hat sich bis heute eher noch verschlimmert: Wir sind umgeben von Akronymen, die - obwohl manchmal unaussprechlich - die Fantasie anregen und damit ungeahnte Möglichkeiten bieten. Was also ist PBAT? Vielleicht: Pure Bereitschaft zur aktiven Teilnahme? Mal sehen:

Am 13.02.2026, 6:15 Uhr, startete unten am Schlagberg ein Bus zur BASF in Ludwigshafen. Mit dabei waren die Leistungskurse der Jahrgangsstufen 12 und 13, insgesamt 16 Schüler*innen, sowie vier Kolleg*innen. Alle waren zurangegebenen Zeit im Bus und so konnte die Fahrt pünktlich losgehen. Nach gut zweieinhalb Stunden Fahrzeit waren wir vor Ort und wurden von Patrizia Schmidt und Kai Siegenthaler in Empfang genommen. Nach dem die Formalitäten wie z. B. Ausweiskontrolle geklärt waren, ging es mit dem Bus über das Gelände zur ecoflex®-Anlage. Bereits bei dieser Fahrt bekam man einen Eindruck von der Größe und Komplexität des Verbundstandorts: Unter Rohrbrücken und vorbei an geschäftigem Treiben ging es über Straßen mit Namen wie Styrolstraße, Bleistraße oder Diaminstraße, die keinen Zweifel an dem chemischen Charakter der Anlagen ließen.

Am Ziel angekommen, bekam das Team von BASF noch Zuwachs durch Jens Schierholz und Carsten Sinkel. In insgesamt drei Gruppen gab es anschließend zu unterschiedlichen Aspekten der Anlage zahlreiche Informationen. Zunächst ging es durch die Fabrik: Vorbei an großen Silos, Druckleitungen, Ventilen, Pumpen und Reaktoren wurde uns die Funktionsweise der Anlage anhand von exemplarischen Details nähergebracht. Es wurde deutlich, dass das Team vor Ort sich im Vorfeld viele Gedanken darüber gemacht hat, unsere Gruppen einerseits sicher, andererseits aber auch möglichst nahe am Geschehen der Anlage an den Prozessen teilhaben zu lassen. Immer wieder gab es die Möglichkeit, Kühlrohre anzufassen, Pumpen vibrieren zu spüren oder Stoffflüsse zu hören. Insgesamt sind wir die Anlage von ca. 30 Meter über der Straße bis in den Keller unter der Straße abgelaufen und haben viele Eindrücke über die dort stattfindenden Prozesse bekommen. Schließlich durften wir das Produkt, kleine Pellets, anfassen und bekamen einen Eindruck davon, was dort eigentlich in einer Masse von 150 Tonnen am Tag produziert wird. Und mit großer Geduld sowie natürlich dem Fachwissen im Hintergrund, wurden die Fragen der Schüler*innen beantwortet. PBAT also doch eher "Pure Bereitschaft zur aktiven Teilhabe"?

Neben der Anlage wurden uns noch Einblicke in die Funktion und den Aufbau des BASF-Standorts in Ludwigshafen gegeben. Dabei wurde deutlich, wie aus Erdgas oder Naphtha (Rohbenzin) aber auch nachwachsenden Rohstoffen letzten Endes eine vielfältige Produktpalette entsteht. Spätestens an dieser Stelle erkannten viele Schüler*innen, dass unsere Schulchemie mit "der Welt da draußen" viel zu tun hat, vor allem, wenn mithilfe einfacher Reaktionen am Ende 150 Tonnen Produkt am Tag entstehen und man damit Geld verdienen kann.

Als dritte Station wurde die Vielfalt des dort hergestellten Produkts in den Fokus genommen. Von Tüten über Kaffeekapseln bis hin zu Kunststoffprodukten für die Landwirtschaft bietet das Produkt dem Endverbraucher eine breite Palette an Anwendungen, die herkömmliches "Plastik" in vielen Bereichen ersetzen könnte. Denn der wirkliche Vorteil des Produkts liegt darin, dass es sich vollständig kompostieren lässt und – je nach Anwendungsfall - in freier Natur biologisch abbaut. Damit lassen sich Erzeugnisse daraus, z. B. Mulchfolien für den landwirtschaftlichen Einsatz, einfach unterpflügen bzw. über die grüne Tonne entsorgen. Mikroplastik? Fehlanzeige! Doch worum genau handelt es sich eigentlich? Natürlich um PBAT: Poly(butylenadipat- co-terephthalat). Wobei die anderen Bedeutungen gleichermaßen zutreffen!

Wir danken dem Team von BASF für die hervorragende Betreuung und Bewirtung vor Ort sowie die Möglichkeit, unmittelbar am Geschehen teilzuhaben. Weiterhin danken wir der Schulleitung, die diese Fahrt durch die Freistellung von insgesamt vier Kolleg*innen für diesen Tag sowie finanzielle Unterstützung erst ermöglichte.